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Gasprozess
köchelt nur auf Sparflamme Es ist
der Dauerbrenner unter den Gerichtsprozessen und ein Ende ist noch gar
nicht abzusehen beim Prozess um die Gaspreise. Ins Rollen kam die juristische
Auseinandersetzung, als im Sommer 2005 der Energieversorger Eon Westfalen
Weser 23 Kunden verklagte, die ihre Gasrechnung eigenmächtig gekürzt
hatten. Acht von ihnen sind mittlerweile aus dem Prozess ausgeschieden,
15 weitere halten durch. Stromkonzerne
sahnen bei Privatkunden ab Frankfurt
(AP/gär). Die großen Energiekonzerne fahren ihre Milliardengewinne
vor allem auf Kosten privater Haushalte ein. Mögliche Preissenkungen
wegen gefallener Rohstoffpreise und gekürzter Netzentgelte würden
nicht an die Verbraucher weitergegeben, heißt es in einer Studie
der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, die von
der Bundestagsfraktion der Grünen in Auftrag gegeben wurde. Strompreiserhöhungen Es sind
vor allem schlechte Nachrichten, die die Bürger dieses Landes zum
Jahreswechsel verkraften müssen. Die Wirtschaftskrise zieht herauf.
Es bedeutet, dass viele Arbeitsplätze und Familieneinkommen nicht
mehr sicher sind. Auf die Stromkonzerne aber ist – zynisch gesprochen
– immer Verlass. Die meisten von ihnen werden im nächsten
Jahr wieder einmal ihre Tarife erhöhen. Im Durchschnitt wollen
Eon und Co. ihre Preise um 8,4 Prozent anheben. Es gibt
wohl nur wenige Arbeitnehmer, Zeitarbeiter und Arbeitslose, die mit
einer ähnlichen Erhöhung ihrer Einkommen kalkulieren können.
Zu Recht empfinden die Bürger deshalb die Preispolitik der Energiekonzerne
als ungerecht und unmoralisch. Ähnlich wie bei den Privatbanken,
die wegen der Finanzkrise schwer in Verruf geraten sind, schwingt auch
bei den Energiemultis immer der Verdacht mit, dass sie einzig und allein
auf Abzocke aus sind. Es ist offenkundig, dass die Marktmacht der vier
Energieriesen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall in Deutschland zu groß
ist. Das ist die Crux: Liberalisierung und Wettbewerb stehen auf dem
Papier, in Wirklichkeit finden sie kaum statt. Erste Rufe nach Vergesellschaftung
werden deshalb laut. Der starke Staat hat Konjunktur. Alles richten
wird er aber auch nicht. von Hans-Hermann
Igges Zukunft
der kommunalen Energieversorgung Wäre
die Stadt Paderborn heute noch im Besitz ihrer Stadtwerke – sie
würden wohl nicht mehr versilbert. Der Wind hat sich gedreht. Auch
die Protagonisten der Verkaufsentscheidung, die ja nur wenige Jahre
zurück liegt, CDU und SPD nämlich, können sich heute
durchaus Alternativen vorstellen. Zumindest wollen sie diese mal ausloten
lassen. Das freut nicht nur die Kritiker von damals – das kommt
im Wahljahr 2009 auch gut an. Zumal die Oppositionspartei FBI schon
über ein Bürgerbegehren in der Richtung nachdenkt. Renaissance
für kommunale Energie Paderborn
(ig). Im Jahr 2002 wurden die Paderborner Stadtwerke an den Energieversorger
Pesag verkauft, der in Eon Westfalen Weser aufging. Möglicherweise
war das nicht das letzte Wort: Wie der Stadtrat am Donnerstag bei einer
Gegenstimme – des fraktionslosen Dr. Günter Lobin –
beschloss, soll nun geprüft werden, ob und wie sich die Energieversorgung
zurück in kommunale Regie holen lässt. Eon verlegt
Technik nach Paderborn Paderborn
(NW/ph). Der Unternehmenssitz von Eon Westfalen Weser am Tegelweg in
Paderborn werde mit der Verlegung zentraler Betriebsfunktionen von Hameln
nach Paderborn „personell und strukturell weiter aufgewertet“,
teilte Eon in einer Presseerklärung gestern mit. Das Kompetenzzentrum
Technik mit der Netzwirtschaft, der Netztechnik sowie dem Netzservice
hat jetzt ihren zentralen Standort in Paderborn. Eon beantragt
jetzt Mahnbescheide Paderborn
(ig). Nun will Eon Westfalen Weser Gaspreisverweigerer per gerichtlichem
Mahnbescheid zur Begleichung gekürzter Rechnungen zwingen. Wie
das Unternehmen gestern auf Anfrage der Neuen Westfälischen mitteilte,
sind davon alle Kunden betroffen, die nicht auf die zuletzt erhobenen
Nachforderungen auf ausstehende Rechnungsbeträge seit 2004 eingegangen
sind. Sie waren nach Angaben des Unternehmens angeschrieben worden,
weil sonst die Forderungen aus dem Jahr 2005 zum 1. Januar 2009 hätten
verjähren können. BGH-Entscheidung
bestätigt Protestkunden (17. Dezember
2008) Der Bundesgerichtshof hat heute entschieden, dass eine Preiserhöhung
für Sondervertragskunden ungültig ist, soweit sie sich nur
auf die Änderung der Tarifpreise bezieht (Aktenzeichen VIII ZR
274/06). Damit wurde
der Klage eines Verbrauchers gegen die Preiserhöhung der Regionalgas
Euskirchen recht gegeben. Stadt als
Energieversorger Paderborn
(ph). Im November hatte die SPD-Fraktion bereits angekündigt, dass
sie im Rat einen Antrag einbringen wolle, um die Energieversorgung wieder
in kommunale Hand zu bekommen. In der nächsten Ratssitzung am Donnerstag,
18. Dezember, liegt der Antrag auf dem Tisch: Damit soll die Verwaltung
beauftragt werden, die Möglichkeiten einer Rekommunalisierung zu
überprüfen. Die Entscheidung soll dann so rechtzeitig abgeschlossen
sein, dass mit Ablauf der Vertragsbindung an Eon im Jahre 2015 oder
2017 die Energieversorgung wieder von der Stadt selbst übernommen
werden kann. Dabei soll zugleich auch überprüft werden, ob
die Stadt selber als Energieproduzent auftreten kann. Und damit der
ganze Prozess transparent genug ist, soll auch „organisierte bürgerschaftliche
Beteiligung“ in die Entwicklung einbezogen werden. Wie mehrfach
berichtet will die Freie Bürger-Initiative Anfang 2009 ein Bürgerbegehren
starten, um die Energieversorgung wieder in kommunale Hand zu bekommen. Kunden zahlen
eine Milliarde mehr für Gas Berlin
(ddp). Die deutschen Verbraucher müssen in diesem Jahr soviel wie
nie zuvor für ihre Gasrechnungen ausgegeben. Laut dem Verbraucherportal
Toptarif.de zahlen sie infolge der Preissteigerungen mit 13,5 Milliarden
Euro gut eine Milliarde Euro mehr als 2007 – plus 9,1 Prozent.
Im Vergleich zum vergangenen Juli stieg der Preis um 13,4 Prozent. 2009
werde der Gaspreis aber wieder fallen. Untersuchung:
Rohmargen Gas mit 256 Prozent Unterschied (4. Dezember
2008) Der Bund der Energieverbraucher e.V. hat mit einer heute veröffentlichten
Untersuchung belegt, dass die Gasversorger teilweise dramatisch überteuert
einkaufen oder völlig überzogene Gewinne abschöpfen.
Die Rohmargen unterscheiden sich um bis zu 256 Prozent. Die Zahlen belegen
den Preismissbrauch durch zahlreiche Gasversorger. Neue Welle
rechtlichen Unsinns soll Verbraucher einschüchtern (3. Dezember
2008) Mit einer geballten Flut von Briefen, Gutachten und Drohungen
versuchen derzeit zahlreiche Versorgungsunternehmen die Protestkunden
einzuschüchtern und zum Verzicht auf ihre Rechte zu bewegen. Dabei
beruft man sich auf angeblich neueste Urteile, die grotesk verdreht
und falsch dargestellt werden. Meist wird dann sehr massiv mit einer
Klage gedroht, die man nur durch sofortige Zahlung verhindern könne.
Die Versorgungswirtschaft schaltet nunmehr Anwaltskanzleien für
derartige Drohungen ein und legt bezahlte Bescheinigung vor. Der Umgangston
wird von den Versorgern deutlich verschärft. Kartellamt
gegen Gasversorger Richtig
saniert wird jetzt wohl keiner der 3,3 Millionen Gaskunden, die in den
Genuss von Gutschriften und Preissenkungen kommen. Auf der
anderen Seite darf man annehmen, dass die paar Euro-Milliönchen,
die den Verbrauchern insgesamt zugutekommen, von den Konzernen gewissermaßen
aus der Portokasse aufgebracht werden. Zudem ist zu befürchten,
dass das Geld in einer der nächsten Preiserhöhungsrunden,
einer, die vielleicht besonders großzügig bemessen wird,
schwupps wieder drin ist. In der Versorgerkasse, versteht sich. Genau dort
liegt die Bedeutung des ganzen Verfahrens: in dem hartnäckigen
Gefühl der Gasverbraucher, dass die Preisgestaltung willkürlich
ist und Gaskonzerne wie Produzenten bei mangelndem Wettbewerb allzu
schöne Gewinne kassieren. Es geht nicht um die genaue Höhe
der Gas-Gutschriften. Wichtig ist, dass das Kartellamt Zähne gezeigt
hat, ein bisschen wenigstens. Dem braven Bundesbürger darf nicht
jede Rechnung widerspruchslos präsentiert werden. Gut so. Gutschriften
für Gaskunden VON ERICH
REIMANN Bonn (AP).
Millionen Gaskunden in Deutschland erhalten von ihren Versorgungsunternehmen
Geld zurück. Insgesamt 29 führende Gasversorger, darunter
die Marktführer Eon und RWE, verpflichteten sich unter dem Druck
des Bundeskartellamtes, ihren Kunden für die Jahre 2007 und 2008
rund 127 Millionen Euro zurückzuerstatten. Drohende Kartellstrafen
haben die Konzerne so abgewendet. Neue
Verfahren angekündigt Ein Schuldeingeständnis
der Energiekonzerne ist Heitzer zufolge mit der Einigung nicht verbunden.
Es sei bedauerlich, dass es keine gerichtliche Klärung gebe, sagte
der Behördenchef. Doch habe die Einigung den Vorteil, dass das
Geld den Verbrauchern unmittelbar und sofort zugutekomme. Bereits in
der kommenden Woche will die Wettbewerbsbehörde Heitzer zufolge
neue Verfahren gegen Gasversorger einleiten – diesmal gegen kommunale
Unternehmen, die ihre Wettbewerber durch zu hohe Konzessionsabgaben
behindert haben sollen. Außerdem will die Behörde künftig
den Gasgroßhandel genauer unter die Lupe nehmen. (AP) Gas wird
ab 1. Februar günstiger, Strom teurer VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
Eon Westfalen Weser Vertrieb will doch nicht erst im Frühjahr,
sondern ab 1. Februar die Gaspreise um gut 4 Prozent senken. Außerdem
sei eine weitere Preissenkung für Privat- und kleinere Geschäftskunden
im Frühjahr nicht ausgeschlossen, teilte Geschäftsführer
Volker Rickert gestern in einer Presseerklärung mit. Gleichzeitig
sollen allerdings die Strompreise ab 1. Februar um rund 9 Prozent steigen.
Hier werde es im nächsten Jahr voraussichtlich keine weitere Erhöhung
geben, kündigte Rickert bereits an. ZWISCHENRUF Nun hat
Eon Westfalen Weser doch noch reagiert und senkt den Gaspreis nicht
erst im Frühjahr, sondern am 1. Februar um 4 Prozent. Dabei darf
man durchaus mal auf die Preissteigerungen allein in diesem Jahr zurück
blicken: 8,8 Prozent am 1. Januar, je nach Tarif zwischen 12,5 und 13,7
Prozent zum 1. August und weitere 11,5 Prozent ab nächsten Montag
– macht unterm Strich gut 33 Prozent Preissteigerung in einem
Jahr. Davon werden 4 Prozent wieder zurückgenommen, obwohl der
Ölpreis schon seit Monaten so niedrig ist wie seit Jahren nicht
mehr. Da muss man nicht lange rechnen: das Plus in der Eon-Kasse bleibt
auch nach dem 1. Februar erhalten. Die Strompreisanhebung zum selben
Zeitpunkt noch gar nicht einkalkuliert. Nein, wenn Eon wirklich hätte
ein Zeichen für die Kunden setzen wollen, dann bitte zum 1. Dezember.
Und mit 11,5 Prozent. Die Chance hat Eon vertan. Peter Hasenbein Eon verlängert
Frist um eine Woche VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
Konkrete Zahlen wollte Eon Westfalen Weser Vertrieb gestern nicht bekannt
geben. „Mehrere Gaskunden“ sollen aber auf die Nachforderungen
reagiert und die gesamte bisher einbehaltene Summe bis zum Stichtag
20. November bezahlt haben. Das bestätigte der Energieversorger
gestern, einen Tag nach Ablauf der Zahlungsfrist. Mit einigen Kunden
sei ein Ratenplan vereinbart worden, dabei sei Eon „auf jeden
Wunsch individuell eingegangen“. So gebe es zum Beispiel eine
Vereinbarung, die einen Ratenplan mit zweijähriger Laufzeit vorsehe.
Es gebe aber auch Gaskunden, die lediglich die Außenstände
von Oktober bis Dezember 2004 beglichen hätten. „Allerdings
sind auch Widerspruchsankündigungen eingegangen“, so Eon. Der harte
Kampf um niedrigere Gaspreise VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
Das Bundeskartellamt will noch im Dezember über die Preise von
30 Gasversorgern entscheiden. Dadurch können rund drei Millionen
Kunden noch vor Jahresende mit einer Preisentlastung rechnen. Sechs
Eon-Tochtergesellschaften haben sich schon vorab mit dem Kartellamt
geeinigt. „Gewinnmaximierung
um jeden Preis“ Paderborn
(NW/ph). Die Diskussion um die Rekommunalisierung der Energieversorgung
bleibt in Paderborn ein heißes Thema: Nach der Ankündigung
der Freien Bürger-Initiative, Anfang 2009 ein Bürgerbegehren
zu starten, hatte die Demokratische Initiative bereits ein überparteiliches
Bürgerkomitee angeregt, um den Verkauf von Strom, Gas und Wasser
wieder in städtische Hände zu bekommen (wir berichteten). Verweigerer
wollen Geld zurück VON JOCHEM
SCHULZE Paderborn.
Im April hat sich in Paderborn die Interessengemeinschaft Stromspeicherheizung
gegründet. Diese Vereinigung hat inzwischen etwa 150 Mitglieder
und kämpft für eine Preissenkung beim Nachtstrom. Der wird
in der Region allein von Eon Westfalen Weser angeboten. Jetzt geht die
Interessengemeinschaft in die Offensive. 40 Mitglieder fordern vom Versorgungsunternehmen
Geld zurück. Gaspreis
bleibt undurchsichtig Karlsruhe
(rtr/AP). Gasversorger müssen zur Begründung einer Preiserhöhung
nicht ihre gesamte Kalkulation offenlegen – das hat nun der Bundesgerichtshof
(BGH) entschieden. Unzufriedene Kunden könnten zwar Tariferhöhungen
anfechten. Eine Kontrolle des gesamten Preises durch Gerichte lehnte
der BGH jedoch ab. Gasversorger hätten wie jedes gewerbliche Unternehmen
„ein verfassungsrechtlich geschütztes Geheimhaltungsinteresse
an Geschäftsdaten“, urteilten die Karlsruher Richter (AZ:
VIII ZR 138/07). Richter
Ball ist kein Unbekannter „Ich bin entsetzt.
Das ist das verbraucherunfreundlichste Urteil, das mir in der letzten
Zeit in die Hände gefallen ist“, kritisierte Roswitha Köllner,
Vorsitzende des Paderborner Vereins „Gaspreise runter“,
den Richterspruch. „Eigentlich war die Rechtsprechung auf einem
guten Weg für verbraucherfreundlichere Preise. Jetzt fällt
uns der BGH in den Rücken.“ Dass der Senatsvorsitzende Wolfgang
Ball diese Entscheidung verkündete, wundert sie nicht. Er hat gute
Kontakte zu Energieunternehmen. Ball präsentierte leitenden Mitarbeitern
im November 2007 auf einem Seminar seine Argumente aus dem BGH-Urteil
vom Juni 2007, das jetzt bestätigt wurde. Das Motto des teuren
Seminars: „Gute Chancen für Gasversorger bei Gaspreiserhöhungen“.
(fr) Demokratische
Initiative regt Bürgerkomitee an VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
In die Diskussion um das Bürgerbegehren zur Wiederbelebung der
Stadtwerke, das von der Freien Bürger-Initiative (FBI) eingestielt
wird, schaltet sich die Demokratische Initiative Paderborn (DIP) mit
einem eigenen Vorschlag ein: Sie regt die Bildung eines „Bürgerkomitees“
an, um das Bürgerbegehren von Anfang an auf möglichst breite
Füße stellen zu können. Wasserpreise
geraten unter Druck Frankfurt
(AP). Deutschlands Verbraucher dürfen auf sinkende Wasserpreise
hoffen. Das Oberlandesgericht Frankfurt bestätigte in einer bundesweit
bislang einmaligen Entscheidung eine Kartellanordnung, nach der in Wetzlar
der Wasserpreis um 29,4 Prozent gesenkt werden muss. Der hessische Wirtschaftsminister
Alois Rhiel (CDU) forderte auch andere Städte auf, ihre Wasserpreise
nun rasch zu senken. Beklagte
sollen Ruhe bewahren VON ANDREAS
GÖTTE Paderborn.
Alle aufgestellten Stühle waren am Sonntagabend in dem engen Saal
der Arbeiterwohlfahrt in der Leostraße besetzt. Und selbst auf
den Gängen davor drängten sich bei der Informationsveranstaltung
der Bürgerinitiative „Gaspreise runter“ die Menschen. Wie es weitergehen
könnte Nach Angaben von
Rechtsanwalt Reinhard Weeg könnten es die Gaspreisverweigerer möglicherweise
auch auf eine Gerichtsverhandlung gegen den Eon ankommen lassen. Da
es in den meisten Fällen um einen Streitwert von rund 1.000 Euro
handelt, kämen auf die Beklagten zwischen 250 und 300 Euro Verfahrenskosten
zu. Weeg geht von Einzelverfahren gegen die rund 1.500 Gaspreis-Verweigerer
aus. Energieversorger Eon spricht dagegen von rund 1.700 Personen. Entsprechende
Musterschreiben als Antwort auf die Zahlungsaufforderung des Energieversorgers
können auf der Seite gaspreise-runter-owl.de heruntergeladen werden.
(ag) Energieanbieter
wechseln oder nicht? VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
Dass Eon Westfalen Weser „zu hohe Energiepreise fordert“,
darüber sind sich Roswitha Köllner von der Bürgerinitiative
„Gaspreise runter“ und die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete
Sigrid Beer noch einig. Nicht aber in der Art und Weise, wie Kunden
darauf reagieren sollen. „Strom,
Gas und Wasser gehören in kommunale Hand“ VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
Die Freie Bürger-Initiative (FBI) will im Frühjahr 2009 ein
Bürgerbegehren starten, um die Paderborner Stadtwerke wieder zu
beleben. Hauptaufgabe des neuen Unternehmens soll der Verkauf von Strom,
Gas und Wasser sein. Darüber hinaus könnte auch der öffentliche
Nahverkehr in die neuen Stadtwerke integriert werden, betonte Hartmut
Hüttemann gestern in einem Pressegespräch. Das Bürgerbegehren
und die Preispolitik von Eon Westfalen Weser Die Energiepreise
sind ein heißes Thema. Mit ihnen stehen auch die Energieversorger
in der öffentlichen Diskussion – ganz besonders in Paderborn,
wo der Prozess um die Gaspreise schon seit über drei Jahren bundesweit
für Schlagzeilen sorgt. Und der öffentliche Druck auf den
heimischen Energieversorger Eon Westfalen Weser wird weiter zunehmen.
Die Demokratische Initiative hatte im Oktober zu einer Konferenz eingeladen,
um vor allem für ein Ziel zu werben: Private Leistungen wie die
Energieversorgung wieder zurückzuholen in die kommunale Zuständigkeit. Bei den
Gaspreis-Rebellen laufen die Drähte heiß VON PETER
HASENBEIN Paderborn.
Der Streit zwischen dem Energieversorger Eon Westfalen Weser und den
Gaspreis-Kritikern spitzt sich weiter zu: Wie berichtet hat Eon mehreren
hundert Kunden bereits eine Zahlungsaufforderung ins Haus geschickt,
um die Außenstände einzutreiben. Zahlungsfrist: 20. November. Eon bleibt
beim Termin im Frühjahr Eine ganze
Reihe von Energieversorgern haben in den vergangenen Wochen vor dem
Hintergrund stark gesunkener Ölpreise angekündigt, dass sie
ihre Gaspreise senken oder zumindest auf die bereits geplante Erhöhung
verzichten – darunter auch die Stadtwerke in Detmold, Herford
und Bielefeld. Nicht aber Eon Westfalen Weser. Wie mehrfach berichtet
will der Paderborner Energieversorger erst im Frühjahr den Gaspreis
dem aktuell gefallenen Ölpreis anpassen – mit einer sechsmonatigen
Verzögerung, so wie es bei allen bisherigen Preisanpassungen auch
gewesen sei. Knappe Energie VON STEFAN
SCHELP Berlin.
Claudia Kemfert, Energie-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung,
hat die Energieversorger aufgefordert, die Gaspreise umgehend zu senken.
„Der Gaspreis muss jetzt und nicht erst im kommenden Jahr runter,
um die Wirtschaft zu entlasten und den privaten Konsum anzukurbeln.“
Mehrere Energieversorger hatten dagegen in den vergangenen Tagen angekündigt,
die Tarife erst 2009 herabzusetzen. Gaspreise
runter: Dem Druck von Eon nicht nachgeben Bundesgerichtshof
stärkt Stromwettbewerb Karlsruhe/Bonn
(ddp/fred). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einer wegweisenden Entscheidung
den Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt gestärkt. Der Kartellsenat
des BGH in Karlsruhe untersagte den beiden Energiekonzernen Eon und
RWE weitere Beteiligungen an kommunalen Stromversorgungsunternehmen.
Die „marktbeherrschende Stellung“ der beiden Konzerne auf
dem Strommarkt würde verstärkt, wenn sich Eon – wie
geplant – an den Stadtwerken Eschwege in Hessen beteiligte. Der
BGH bestätigte damit eine Untersagungsverfügung des Bundeskartellamts
in letzter Instanz. Das Kartellamt hatte Eon im September 2003 verboten,
33 Prozent der Geschäftsanteile an den Stadtwerken Eschwege zu
erwerben. Die Rechtsbeschwerde der EonEnergie AG wies der BGH nun zurück. Auch RWE
will Gaspreise senken Essen (AP). Auch
Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE will angesichts
des Preisverfalls auf den Mineralölmärkten die Gaspreise Anfang
2009 senken und dem Beispiel kleinerer Versorger folgen, wie RWE-Finanzvorstand
Rolf Pohlig bei der Vorlage der Quartalszahlen sagte. Das Ausmaß
sei aber noch offen. Für Stromkunden schloss er dagegen weitere
Preisanhebungen nicht aus. Dabei steigerte RWE in den ersten neun Monaten
sein betriebliches Ergebnis um 5,1 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro.
Das Nettoergebnis wuchs um fast 20 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro.
Der Umsatz stieg um 13,8 Prozent auf 34,5 Milliarden Euro. Frischer
Wind für den Gasmarkt VON RALF
MISCHER Paderborn.
Sie hatten eine mittlere Sensation zu verkünden: Ein neuer Anbieter
werde für frischen Wind auf dem Paderborner Gasmarkt sorgen. Für
die Gasrebellen von der Pader sind kommende günstigere Tarife aber
kein Grund dafür, klein beizugeben. Sie verweigern weiterhin die
Zahlung der erhöhten Eon-Preise. Mehrere
hundert Gaspreisverweigerer sollen zahlen Paderborn
(st). Mehreren hundert Gaspreisverweigerern der Eon Westfalen Weser
Vertrieb GmbH wird in den kommenden Tagen ein Mahnschreiben des Unternehmens
ins Haus flattern. Das kündigte gestern der Pressesprecher des
Unternehmens , Edgar Schroeren, an. Stadtwerke
Bielefeld kippen Gaspreiserhöhung VON LOTHAR
SCHMALEN Bielefeld.
Bewegung an der Gaspreisfront in OWL: Nach der Ankündigung der
Stadtwerke Detmold, auf eine zum Jahresbeginn geplante Erhöhung
der Gaspreise zu verzichten, haben die Stadtwerke Bielefeld (SWB) Nägel
mit Köpfen gemacht: Der Aufsichtsrat des Versorgungsunternehmens
beschloss gestern, auf die für den 1. Januar vorgesehene Gaspreiserhöhung
zu verzichten. Die Bielefelder reagieren damit auf die öffentlichen
Diskussionen über die Energiepreise nach dem Preissturz beim Öl
in den vergangenen Wochen. Erst teurer,
dann billiger Paderborn
(hko). Eine mögliche Preissenkung beim Erdgas wird es beim Energieversorger
Eon-Westfalen-Weser erst im kommenden Frühjahr geben. Das erklärte
Pressesprecher Edgar Schroeren auf Anfrage. Voraussetzung sei eine andauernde
Entspannung beim Ölpreis, an dem sich der Gaspreis orientiert.
Genauere Angaben seien nicht möglich, „weil der derzeitige
Ölpreistrend noch nicht lange genug anhält“, so Schroeren.
Eine Preissenkung statt der angekündigten Erhöhung zum 1.
Dezember fordert die Bürgerinitiative „Gaspreise runter“
und verweist auf andere Gasversorger. Im Frühjahr sei die „Heizperiode
im Wesentlichen vorbei“, argumentiert die Initiative. Die allermeisten
Gasversorger, so Schroeren, hätten ihre Preise aufgrund des stark
gestiegenen Ölpreises bereits im Herbst erhöht. Eon soll
die Gaspreise senken Paderborn
(nw). Vier Monate nach Beginn des Preisverfalls beim Rohöl haben
bundesweit erste Versorger zum 1. Dezember niedrigere Gaspreise angekündigt
(wir berichteten). Deshalb hat die Paderborner Bürgerinitiative
„Gaspreise runter“ den Regionalversorger Eon Westfalen/Weser
aufgefordert, die zum 1. Dezember angekündigte Gaspreiserhöhung
zurückzunehmen und stattdessen den Preis zu senken. Laut Handelsblatt
haben die hohen Strom- und Gaspreise Eon im ersten Halbjahr mehr Ertrag
beschert. Der Vorsteuergewinn wuchs um sechs Prozent auf 5,8 Milliarden
Euro. Gasversorger
unter Druck MEINUNGS-BÖRSE Die Stadtwerke
Detmold liefern das Exempel: Sie halten eine weitere Erhöhung der
Gaspreise mitten in der kältesten Jahreszeit für Kunden für
unzumutbar – und sprechen damit Verbrauchern aus dem Herzen. Sie
führen vor, dass – obwohl der Gaspreis in der Regel erst
mit einer Verzögerung von sechs Monaten der Entwicklung des Ölpreises
folgt – zumindest ein weiterer Preisschub verzichtbar ist. Gasversorger
unter Druck VON ANDREA
FRÜHAUF Bielefeld.
Nach monatelangem Preisverfall beim Öl wächst der politische
Druck auf Gasversorger, ebenfalls die Preise zu senken. Laut Bild-Zeitung
spielen fünf der bundesweit 750 Anbieter den Vorreiter. Medl aus
Mühlheim an der Ruhr senke den Gaspreis zum 1. Dezember um 6,7
Prozent, berief sich das Blatt auf das Verbraucherportal Verivox. Gaspreisverweigerer
machen mobil Paderborn.
„Hoffentlich wird der Winter dieses Jahr nicht zu kalt, für
viele Paderborner könnten die Heizkosten unbezahlbar werden“,
sorgt sich Roswitha Köllner, Vorsitzende und Ratsfrau der Demokratischen
Initiative Paderborn (DIP) , nachdem Eon die nächste Gaspreisrunde
eingeläutet hat. Ab Dezember
15 Euro mehr im Monat für Gas Paderborn.
Nicht aller guten Dinge sind drei: Eon Westfalen Weser kündigte
gestern die dritte Gaspreiserhöhung dieses Jahres an. Zum 1. Dezember
wird der Preis für die 75.000 Privat- und kleineren Gewerbekunden
um rund 11,5 Prozent nach oben geschraubt. Die Kilowattstunde verteuert
sich um etwa 0,9 Cent. Bereits zum 1. Januar hatte Eon den Gaspreis
um 8,8 Prozent, zum 1. August je nach Tarif um 12,5 und 13,7 Prozent
erhöht. Gasprozess:
Eon legt Stellungnahme vor Paderborn
(ph). Ursprünglich sollte Eon Westfalen Weser bis zum 28. August
beim Landgericht Dortmund eine Stellungnahme eingereicht haben, aus
der detaillierter hervorgeht, warum der Gaspreis im Oktober 2004 um
11 Prozent angehoben wurde. Doch im August hatte der Energieversorger
beim Gericht um eine Fristverlängerung bis zum 25. September gebeten. Gasprozess:
Frist verschoben Paderborn
(ph). Der Prozess um die Gaspreise, den Eon Westfalen Weser gegen 15
Gaspreisverweigerer führt, zieht sich weiter in die Länge.
Der Grund: Das Energieunternehmen hat beim Dortmunder Landgericht eine
Fristverlängerung genehmigt bekommen und muss nun seine Stellungnahme
bis zum 25. September einreichen. Bisher galt der gestrige Donnerstag
als letzter Abgabetermin für eine Stellungnahme, mit der Eon die
elfprozentige Preisanhebung aus Oktober 2004 detaillierter begründen
muss. Neue Eon-Tochter
Ansprechpartner für Kunden Paderborn.
Die Umstrukturierung des Regionalversorgers Eon Westfalen Weser, der
Rat und Kreistag am Montag letzter Woche zugestimmt haben (die NW berichtete)
soll bereits ab Montag, 1. September, umgesetzt werden. Eon Westfalen
Weser werde die Herausforderungen von Wettbewerb und Regulierung in
einer neuen Struktur annehmen, teilte das Unternehmen gestern mit. Der vergoldete
Tropfen VON TOM
SUNDERMANN Köln/Bielefeld.
Welchen Wert Wasser hat, hängt davon ab, wo es aus dem Hahn kommt.
In Potsdam wird es scheinbar regelrecht vergoldet: Im Durchschnitt zahlt
man hier 4,30 Euro für den Kubikmeter, während dieselbe Menge
in Karlsruhe nur 1,20 Euro kostet. Das geht aus dem Abwassermonitor
2008 hervor, in dem das Deutsche Institut für Wirtschaft erstmals
die Wasserpreise der 100 größten deutschen Städte vergleicht. Energieverbraucher
stellen ‚'schwarze Schafe' der Versorger an den Internet-Pranger (23. Juli
2008) Bundesweit erste Dokumentationsstelle für widerrechtliche
Versorgungssperren eingerichtet Um die
Fälle illegaler Versorgungssperren für Strom und Gas bundesweit
zu dokumentieren und auszuwerten, schafft der Bund der Energieverbraucher
e.V. im September 2008 eine eigene Zentralstelle in Düsseldorf.
Alle Einzelfälle, in denen Strom- und Gasanbieter ungerechtfertigt
Versorgungssperren verhängen oder ankündigen, werden künftig
dokumentiert. Neues Verfahren
gegen Gasnetzbetreiber Bonn (AFP). Die
Bundesnetzagentur hat den Druck auf Energieversorger erhöht und
ein neues Missbrauchsverfahren gegen fünf Gasnetzbetreiber eingeleitet,
um für mehr Wettbewerb zu sorgen. Betroffen seien RWE Transportnetz
Gas, Eon Gastransport, EWE Netz, Erdgas Münster und Gasunie Deutschland
Transport Services. Es bestehe der Verdacht, dass sie gesetzliche Vorgaben
zur Vereinfachung der Gasnetzstrukturen nicht eingehalten hätten. Netzagentur
droht mit Zwangsgeldern Bonn (tos).
Die Bundesnetzagentur setzt Stromnetzbetreiber unter Druck, die ihren
Kunden den Wechsel des Stromanbieters erschweren. Knapp 40
Betreibern seien Zwangsgelder in Höhe von 1,7 Millionen Euro angedroht
worden, teilte die Behörde mit. Nun hätten die Versorger einen
Monat Zeit, die Mängel zu beheben. Welche Unternehmen betroffen
sind, teilte die Netzagentur nicht mit. Es seien allerdings ausschließlich
um sogenannte Verteilungsnetzbetreiber, die Leitungen nur in einzelnen
Regionen bereitstellen, sagte Agentursprecherin Renate Hichert. Schon brodelt
die Gerüchteküche VON WOLFGANG
STÜKEN Paderborn.
Die Preise für Strom, Gas und Wasser im Versorgungsgebiet von Eon
Westfalen Weser (EWW) werden künftig in München gemacht –
von einer neuen zentralen Vertriebstochter des Eon-Konzerns. EWW mit
dem Unternehmenssitz Paderborn bleibt Eigentümerin der Netze. Familie
zahlt 267 Euro für Energie Wiesbaden
(dpa). Die immer weiter steigenden Energiekosten belasten die privaten
Haushalte nun schon seit Jahren. Nach Erhebungen des Statistischen Bundesamtes
mussten die Verbraucher in Deutschland 2002 bis 2006 Preissteigerungen
für Strom, Gas, Heizung und Kraftstoffe in Höhe von rund 28
Prozent verkraften. Bis Juli 2008 sei ein weiterer Aufschlag von geschätzten
21 Prozent dazugekommen, berichtete das Amt. Auf der Basis der Zahlen
von 2002 ergäbe sich damit ein Plus von 55 Prozent. Streit um
Gasrechnung geht weiter Paderborn
(ph). In der Auseinandersetzung um die Zahlung eigenmächtig gekürzter
Gasrechnungen zwischen Eon Westfalen Weser und zahlreichen Gaskunden,
geht das Unternehmen offenbar sehr differenziert mit den einzelnen Kunden
um. Während einem Gaspreis-Verweigerer bereits der Gashahn abgedreht
wurde, ist bei einem anderen Kunden die Androhung der Gassperre wieder
zurückgenommen worden. Damit der
Strom weiter fließt VON HANS-HERMANN
IGGES Paderborn.
Elektrischer Strom ist aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.
Wer aber die Rechnungen vom örtlichen Stromversorger auf Dauer
nicht begleicht, dem wird am Ende sogar der Saft abgestellt. Da Stromsperren
meist ohnehin überschuldete Haushalte, treffen, treten hier Schuldnerberatungsstellen
auf den Plan. Weiterer
Preisanstieg bei Gas und Strom Paderborn.
Aus Sicht der Ratsfraktion der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP)
wird Eon Westfalen Weser (EWW) nach der geplanten Umstrukturierung nur
als „Rumpfgesellschaft“ mit Netzbetrieb und Technik fortbestehen.
Das „Abnicken“ durch den Paderborner Rat solle „durch
politische Millionenbeträge“ erkauft werden. Fraktionschef
Reinhard Borgmeier sprach in einer Presseerklärung von 19,25 Millionen
Euro für die Interargem-Anteile und 22 Millionen für den Vertrieb. Per Saldo
50 Arbeitsplätze mehr für Paderborn Paderborn
(st). Unter den kommunalen Aktionären, die 37,2 Prozent der Anteile
am Regionalversorger Eon Westfalen Weser (EWW) halten, ist die Stadt
Paderborn mit gut elf Prozent der größte Anteilseigner. Dieses
Stück vom Unternehmenskuchen betrachtet Bürgermeister Heinz
Paus auch nach der bevor stehenden Umstrukturierung bei Eon als eine
,,auf Dauer sinnvolle Beteiligung“. Standortsicherung
oder Bedeutungsverlust? Paderborn
(st). Bei der Stadt Paderborn, mit elf Prozent größter kommunaler
Anteilseigner am Regionalversorger Eon Westfalen Weser (EWW), zeichnet
sich eine Ratsmehrheit für die geplante Umstrukturierung im Eon-Konzern
ab, über die seit Monaten unter dem Projektnamen „Regi.on“
verhandelt wird. Eon-Zukunft:
Paderborn gewinnt an Gewicht VON HARTMUT
BRAUN Paderborn/Herford.
Mit den neuen Strukturen des regionalen Energieversorgers Eon Westfalen-Weser
(EWA) soll ganz offensichtlich der Firmensitz Paderborn gestärkt
werden. Neben dem Vertrieb bekommt die Paderstadt auch das bislang in
Hameln residierende „Kompetenzzentrum Technik“, wie aus
einem Bericht an den Stadtrat hervor geht. Damit werden sowohl Stromverkauf
als auch Netzbetrieb von Paderborn aus gesteuert – was unternehmerisch
Sinn macht, wie es intern heißt. Kartellamt
geht gegen Gasversorger vor Berlin (rtr). Wegen
des Verdachts auf überhöhte Gaspreise will das Bundeskartellamt
in Bonn bis Jahresende gegen mehrere Versorgungsunternehmen vorgehen.
„Es besteht bei den Gasunternehmen der dringende Verdacht, dass
es sich um missbräuchliche Ausnutzung der Marktstellung handelt“,
sagte der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, der
Süddeutschen Zeitung. Bis Ende des Jahres werde die Behörde
erste Entscheidungen bekanntgeben. Im Frühjahr hatte das Kartellamt
Missbrauchsverfahren gegen insgesamt 35 Gasversorger (darunter auch
gegen die RWE Westfalen-Weser-Ems AG in Dortmund) eingeleitet. Offen bleibe, ob
die Verbraucher mit Preissenkungen rechnen könnten. Möglicherweise
werde die Preisentwicklung aber gedämpft. Auslöser der Untersuchung
waren Differenzen von 25 bis 45 Prozent bei einem Vergleich der Gaspreise. Parallel zur Gasbranche
hat das Kartellamt auch Stromkonzerne im Visier. Dort sind die Ermittlungen
laut Heitzer aber schwieriger. „Ein missbräuchliches Verhalten
ist im Stromsektor wesentlich schwerer nachzuweisen als im Gassektor“,
sagte er. Im Endkundenbereich gebe es mehr Anbieter, im Großhandel
Besonderheiten bei der Strompreisbildung. Herford
will Stadtwerke zurückkaufen VON HARTMUT
BRAUN Herford.
Die Herforder Stadtwerke sollen wieder eine hundertprozentig kommunale
Gesellschaft werden. Die Stadt plant für 2009 den Rückkauf
der sechs Jahre zuvor von Eon Westfalen-Weser übernommenen Minderheitsbeteiligung. Auswirkungen
der neuen Eon-Struktur Paderborn/Herford
(bag/hb). Noch im August soll die neue Organisationsstruktur beim Energiemulti
Eon festgeklopft werden. Im Poker um Einsparungen, Arbeitsplätze
und Ausschüttungen ist auch Paderborn betroffen. Eigentlich
ist die neue „Regionalstruktur“ des Eon-Konzerns, in die
sechs von sieben Regionaltöchter einbezogen sind, längst unter
Dach und Fach. Mit ihr will der Konzern (Personal-) Kosten senken, seine
Servicestrukturen sichern und seine Beteiligungen neu ordnen. Eon soll
Drohung zurück nehmen Paderborn
(NW/ph). 40 Gaspreis-Verweigerer waren in den vergangenen Wochen von
Eon Westfalen Weser aufgefordert worden, einen Teil der noch nicht gezahlten
Gasrechnung zu begleichen. Andernfalls könnte in dieser Woche die
Gaslieferung eingestellt werden (wir berichteten). Dabei bezieht
sich das Energieunternehmen auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom
Juni des vergangenen Jahres. Demnach habe man den neuen Preis akzeptiert,
wenn er einmal vom Kunden voll bezahlt worden sei. Doch diese Rechtsauffassung
zweifelt die Bürgerinitiative Gaspreise runter ganz entschieden
an. Der Bezug auf das Urteil sei „mehr als wackelig“, meint
Roswitha Köllner, die Sprecherin der Initiative. Hinter diese Entscheidung
habe der Bundesgerichtshof mit seinem jüngsten Urteil vom 29. April
2008 selbst schon ein Fragezeichen gesetzt. Bürgerinitiative
fordert Eon auf, Androhung des Lieferstopps zurückzuziehen. Sieht Eon
den Prozess in Dortmund schon verloren und verfällt deshalb wieder
in Angstmacherei gegenüber seinen Kunden? Eon droht
mit Stopp der Gaslieferung Paderborn
(ph). Im Streit um die Zahlung eigenmächtig gekürzter Gasrechnungen
zwischen Eon Westfalen Weser und zahlreichen Gaskunden, hat der Energieversorger
offensichtlich einen Gang höher geschaltet: Einige Verweigerer
erreichte vor Tagen ein Schreiben, in dem ein Teil der einbehaltenen
Zahlungen eingefordert wird. Wer sich weigert, dem werde ab dem 30.
Juli der Gashahn abgedreht, droht das Unternehmen. Weniger
verkauft, mehr verdient VON STEFAN
SCHELP Paderborn/Herford.
Der heimische Energieversorger Eon Westfalen Weser hat im vergangenen
Jahr weniger Gas und Strom verkauft, Umsatz und Gewinn jedoch gesteigert. 20,7 Millionen
Euro Gewinn hat Eon Westfalen 2007 gemacht, im Jahr zuvor waren es nur
6,2 Millionen Euro gewesen. Eon macht
Gewinn Wenn ein
Energieversorger erst eine Preiserhöhung ankündigt und dann
eine Gewinnsteigerung verkündet, gehen bei den Verbrauchern alle
Lampen an. Beim Kunden bleibt hängen: Ich muss tiefer in die Tasche
greifen – und der Großkonzern steckt es ein. Dass die
Dinge nicht ganz so einfach liegen, ist klar. Auch die Energieversorger
müssen schließlich mehr Geld bezahlen für Öl und
Gas, das sie auf dem Weltmarkt kaufen. Dennoch bleibt ein schlechtes
Gefühl. Deshalb
lässt sich gut nachvollziehen, dass immer mehr Verbraucher die
Konsequenz ziehen und zum billigeren Anbieter wechseln. Längst
nicht jeder übrigens zur Eon-Billigkette „E wie einfach“. Rechnet
man beim Gasabsatz die im vergangenen Jahr erworbenen Mindener Stadtwerke
heraus, hat Eon fast ein Viertel weniger Gas verkauft als zuvor. Einen
intensiveren Wettbewerb nennt das der Eon-Sprecher. Den haben die Verbraucher
in Gang gesetzt. Gut so. Gas bei
Westfalica 16 Prozent teurer Bad Oeynhausen (nisi).
Die Gasversorgung Westfalica in Bad Oeynhausen erhöht zum 1. September
ihre Preise. Damit wird das Gas im Kreis Minden-Lübbecke und in
den angrenzenden Gemeiden wie Rehburg-Loccum, Leese, Diepholz oder Stolzenau
um 16 Prozent teurer. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem jährlichen
Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt dann monatlich 17,85 Euro
mehr. RWE erhöht
Gaspreis um 25 Prozent Dortmund (dpa).
Der Energieversorger RWE erhöht die Gaspreise für seine knapp
600.000 Privat- und Gewerbekunden um durchschnittlich 25 Prozent. Die
Vertriebs- und Netzgesellschaft RWE Energy begründete den Schritt
mit deutlich gestiegenen Beschaffungskosten. Die Erhöhungen sollen
zum 1. September wirksam werden, im Saarland allerdings erst einen Monat
später. Gaspreis
in Bielefeld steigt um 15 Prozent Bielefeld (ard).
Der Gaspreis der Stadtwerke Bielefeld wird zum 1. Oktober um rund 15
Prozent steigen. Das hat Stadtwerke-Geschäftsführer Friedhelm
Rieke im Interview mit dieser Zeitung bestätigt. Außerdem
sprach sich Rieke dafür aus, über eine Verlängerung der
Laufzeit des Kernkraftwerks Grohn-de nachzudenken. Das würde bei
der Umstellung auf erneuerbare Energien preisdämpfend wirken. Teure Speicherheizung
dank Eon Paderborn.
Bei ihrem letzten Treffen hat sich die Interessengemeinschaft der Stromspeicherheizungs-Nutzer
auch mit der Preisentwicklung beim Heizstrom beschäftigt. Die Teilnehmer
waren sich einig, dass die unverhältnismäßig hohen Preise
sich mit der Monopolstellung von Eon im Paderborner Nachtstromsegment
erklären lassen. Die Stadt sei aufgerufen, etwas zu tun. Steigende
Energiepreise Die Preise
für Benzin, Strom und Gas sind in den letzten Monaten drastisch
gestiegen, und sie werden noch weiter steigen, sagen Experten voraus.
Ein alleinstehender Hartz-IV-Empfänger bekommt im Monat neben Miete
und Heizkosten 351 Euro. Das ist nicht viel zum Leben. Auch nach der
Erhöhung sind es nur vier Euro mehr, und die können die steigenden
Energiepreise kaum auffangen. Die Frankfurter
Caritas macht vor, wo Verbraucher sparen können: Sie hat zwölf
Langzeitarbeitslose zu Energieberatern ausgebildet. Die analysieren
den Strom-, Wasser- und Heizenergieverbrauch von Hartz-IV-Haushalten
und zeigen Sparmöglichkeiten auf. Im Schnitt 140 Euro lassen sich
pro Jahr sparen. Das ist kein Vermögen, aber ein Anfang. 17 Städte
haben mit der Schulung der Energieberater begonnen. Es ist ein lobenswerter
Ansatz, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn inzwischen
können nicht nur Hartz-IV-Empfänger ihre Rechnungen nicht
bezahlen. Die Zahl der Betroffenen wächst mit den ständig
steigenden Preisen. Und die Politik schaut hilflos zu. Es ist höchste
Zeit, die Macht der Konzerne zu beschneiden. Kein Geld,
kein Gas Berlin
(dpa/AP/aw). Hunderttausende Bürger können ihre Strom- und
Gasrechnung nicht mehr bezahlen. Pro Jahr gebe es in etwa 800.000 Haushalten
Strom- oder Gassperren, sagte der Vorsitzende des Energieverbraucherbundes,
Aribert Peters. Das Schlimmste steht den deutschen Verbrauchern bei
der Energiekosten-Lawine aus Sicht von Experten noch bevor. „Den
Bock zum Gärtner gemacht“ Paderborn.
Die Interessengemeinschaft der Stromspeicherheizungs-NutzerInnen hat
sich bei ihrem letzten Treffen auch mit dem kürzlich vorgestellten
Eon-Energieversorgungskonzept für die Stadt Paderborn beschäftigt. Mehr Geld
für die Energiekonzerne Bonn (dpa).
Die geplanten Milliardeninvestitionen in das deutsche Stromversorgungsnetz
könnten den Strompreis weiter nach oben treiben. Die Bundesnetzagentur
hat den Energiekonzernen eine höhere Rendite für diese Investitionen
zugebilligt. Die Unternehmen können so mit Mehrerlösen von
bis zu 300 Millionen Euro rechnen. Die Behörde sieht damit einen
größeren Anreiz, die Modernisierung des Netzes voranzubringen.
Verbraucherschützer gehen von steigenden Strompreisen aus. Bei
RWE hieß es, es sei noch unklar, ob für Verbraucher höhere
Kosten entstünden. Für
Investitionen in Neuanlagen dürfen die Unternehmen ab 1. Januar
9,29 Prozent Zins vor Steuern statt der bisher geltenden 7,91 Prozent
berechnen. Bei Altanlagen gelten ab 2009 statt bisher 6,5 Prozent künftig
7,56 Prozent. Die Festlegung gilt auch für die Gasnetze. Hier ergeben
sich jedoch keine wesentlichen Änderungen, da dort bereits 9,21
Prozent bei Neuanlagen und 7,8 Prozent für Altanlagen gelten. Die
Entscheidung sei ein „deutliches Signal für attraktive Bedingungen
für Investitionen in Strom- und Gasnetze“, sagte Behördenchef
Matthias Kurth. Niemand müsse sein Netz verkaufen, weil die Renditen
zu gering seien. Kartellamt
vertagt Gaspreis-Entscheidung Bonn (ddp).
Das Bundeskartellamt will frühestens im Herbst und eventuell erst
im Winter die ersten Entscheidungen im Missbrauchsverfahren gegen zahlreiche
Gasversorger wegen des Verdachts überhöhter Preise für
Haushalts- und Gewerbekunden treffen. Grund für
die Verzögerungen seien langwierige Auseinandersetzungen mit den
Landeskartellbehörden, die bisher die betroffenen Unternehmen betreut
hätten und die Zuständigkeit zunächst nicht an die Bundesbehörde
abgeben wollten, sagte eine Sprecherin in Bonn. Die Kartellbehörde
wollte eigentlich bereits Mitte des Jahres die ersten Feststellungsverfügungen
erlassen. Besonders in NRW habe sich die im Wirtschaftsministerium angesiedelte
Kartellbehörde gesträubt, die Preiskontrolle der Gasversorger
abzugeben. Das Bundeskartellamt hatte das Verfahren im März nach
dem Anfang 2008 verschärften Kartellrecht eingeleitet. Eine bundesweite
Untersuchung der Gaspreise aller Versorger ergab laut Bonner Behörde
teilweise Abweichungen von 25 bis 45 Prozent und mehr. Das Missbrauchsverfahren
betrifft 41 Gasversorger. Sie sollen ihre Preisbildung offenlegen. Im
Fokus stehen Regionalversorger von Eon und RWE, Stadtwerke, kommunale
Regionalversorger. Erdgas-Preis
klettert um rund 13 Prozent Paderborn
(ph). Seit gestern ist die Zeit des Rechnens bei Eon Westfalen Weser
vorbei: Wie der Energieversorger mitteilt, sollen die Erdgas-Preise
für die 80.000 Privatkunden zum 1. August steigen. Je nach Tarifgruppe
liegt die Steigerung zwischen 12 und 13,7 Prozent. Konkret klettert
zum Beispiel der verbrauchsabhängige Arbeitspreis für eine
Kilowattstunde in der Grundversorgung „erdgas.ideal“ um
0,95 Cent brutto. Der monatliche Grundpreis bleibt unverändert. Eon erhöht
den Gaspreis Paderborn (sch).
Der erste Gasversorger der Region hat nach den eher allgemein gehaltenen
Ankündigungen der vergangenen Woche die Katze aus dem Sack gelassen:
Eon Westfalen-Weser erhöht zum 1. August die Preise für Erdgas.
Eon-Sprecher Dieter Vollmer kündigte an, der verbrauchsabhängige
Arbeitspreis werde im Schnitt um 12,5 Prozent bis 13,7 Prozent steigen.
Der monatliche Grundpreis bleibe unverändert. Für einen Durchschnittshaushalt
mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeute dies im
Tarif „erdgas.ideal“ eine monatliche Mehrbelastung von knapp
16 Euro. Eon Westfalen-Weser begründet die Preissteigerung mit
dem seit Januar 2007 um 125 Prozent teurer gewordenen Rohöl. Da
der Erdgaspreis an den Ölpreis gebunden sei, seien auch die Beschaffungskosten
für Erdgas rasant gestiegen. Eon gebe damit nach eigenen Angaben
nur einen Teil der eigenen Mehrkosten an die Kunden weiter. Gas-Prozess:
Eon weiter unter Druck Eigentlich
hatte selbst Reinhard Weeg, der Anwalt der Gaspreis-Verweigerer, mit
einem so genannten Versäumnisurtteil gegen sich und seine Mandanten
gerechnet, weil er bis heute – rein formal gesehen – immer
noch keinen Antrag auf Klageabweisung gestellt hat. Aus taktischen Gründen,
er wollte auf Zeit spielen, daraus machte der Anwalt keinen Hehl. Doch
dann kam am Donnerstag beim 5. Prozesstag im Streit um die Gaspreise
in Dortmund alles ganz anders: Nicht die Gaspreis-Verweigerer, sondern
Eon Westfalen Weser rückte in den Blickpunkt. Ihr galten gleich
eine ganze Reihe von Hinweisen und Aufforderungen, um die elfprozentige
Preisanhebung aus Oktober 2004 noch detaillierter zu erläutern
– obwohl das Unternehmen dies bis Ende November 2007 eigentlich
schon erledigt haben sollte. Eon weiter
unter Druck VON PETER
HASENBEIN Paderborn/Dortmund.
Damit hatte selbst Reinhard Weeg, Rechtsanwalt der 15 Gaspreis-Rebellen,
nicht gerechnet: Am gestrigen 5. Prozesstag in Dortmund wurde Eon Westfalen
Weser erneut dazu aufgefordert, die Gaspreiserhöhung aus Oktober
2004 zu begründen. Besonders eindringlich regte das Gericht allerdings
auch an, dass beide Parteien sich außergerichtlich einigen sollen. Gas-Streit:
Eon Westfalen muss nachlegen Paderborn/Dortmund
(ph). Der Prozess um die Gaspreise, den Eon Westfalen-Weser seit 2005
gegen 15 Kunden vor dem Dortmunder Landgericht führt, bleibt ein
Dauerbrenner. Auch am 5. Prozesstag verkündete das Gericht kein
Urteil, sondern eine Reihe von Hinweisen und Auflagen. Beide Parteien
haben bis zum 24. Juli Zeit, weitere Stellungnahmen einzureichen. Deutliche Worte
fand das Gericht für den Energieversorger, der erneut aufgefordert
wurde, die elfprozentige Gaspreiserhöhung aus Oktober 2004 erheblich
detaillierter zu begründen. Dazu gehöre auch, dass vor einer
Gaspreiserhöhung neben dem gestiegenen Bezugspreis auch Kosteneinsparungen
gegengerechnet werden müssen. Außerdem sei das Verhältnis
von Privatkunden und Geschäftskunden wichtig, um Preiserhöhungen
bewerten zu können. Vor dem Hintergrund des geringen Streitwertes
von unter 5.000 Euro und zu erwartender Prozesskosten forderte das Gericht
die Parteien erneut zu einem Vergleich auf. Während der Beklagtenvertreter
den Tag als „Ohrfeige“ für Eon wertete, sieht der Energieversorger
darin nur „eine Entscheidung zum weiteren Prozessverlauf“. Gaspreis-Prozess:
Gericht will endlich Zahlen sehen Von Hubertus
Hartmann Unbekannte
Höhen Berlin/Bielefeld
(mika/AP). Die befürchtete Preisexplosion beim Gas hat Politiker
und Verbraucher in helle Aufregung versetzt. Auch Versorgungsfirmen
in OWL planen weitere Gaspreiserhöhungen für 2008 –
allerdings nicht in Höhe von 40 Prozent, wie es Umweltstaatssekretär
Michael Müller für möglich hält. Verbraucherschützer
riefen zum Boykott von Preiserhöhungen auf. Gaspreis-Schock Zwar hat
es jüngst unangenehme Preiserhöhungen auf dem Energiesektor
für die Verbraucher gegeben. Doch aktuell ist nichts Neues passiert,
und trotzdem ist halb Deutschland in heller Aufregung. Es ist völlig
unklar, warum Michael Müller (SPD), Staatssekretär im Umweltministerium,
für Panik bei den Gaskunden sorgt. Müller spekuliert, dass
der Gaspreis im Herbst um 40 Prozent steigen werde. Das ist nicht sein
Job. Erstens
ist noch gar nicht klar, was in einem höchst beweglichen Markt
in fünf Monaten Realität sein wird. Müller gibt seine
privaten Befürchtungen von sich und verunsichert so die Verbraucher.
Zweitens sollte der Herr Staatssekretär es den Energiekonzernen
überlassen, schlechte Nachrichten zu verbreiten. Und drittens bricht
mit dieser Panikmache ausgerechnet eine treibende Kraft des rot-grünen
Atomausstiegs eine neue Diskussion über die Zukunft der Kernenergie
vom Zaun. Statt Ängste zu schüren, sollten Umwelt- und Wirtschaftsministerium
lieber ein zukunftsfähiges Energiekonzept vorlegen. Preisbindung
schützt vor Willkür Rohstoffexperte
Klaus Matthies vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) sieht
wenig Spielraum für die geforderte Entkopplung der Erdgaspreise
von den Ölpreisen. Zudem könne das auch zu noch höheren
Gaspreisen führen. „Die europäischen Importeure müssten
Anbieter wie Russland dazu bringen, eine andere Preisformel zu akzeptieren.
Ob der Preis dann niedriger würde, daran habe ich meine Zweifel“,
so der Wissenschaftler. Sollte die Preisbindung aufgehoben werden, hätten
Anbieter einen Hebel in der Hand, die Preise für Erdgas selbst
vorzugeben – auch willkürlich. Lübbecke
im Visier des Kartellamts Düsseldorf
(dpa). Die NRW-Landeskartellbehörde hat bei elf regionalen Stromversorgern
zu hohe Strompreise bemängelt. Betroffen sind auch die Stadtwerke
Lübbecke. Die Behörde forderte die Unternehmen auf, die Höhe
zu begründen. Neun Unternehmen hätten danach zugesagt, die
Preise zu senken oder sie in diesem Jahr konstant zu halten, wie das
Wirtschaftsministerium mitteilte. Mit zwei Unternehmen liefen noch Gespräche. Neuer Gaspreisschock Frankfurt
(AP). Die Verbraucher in Deutschland müssen sich nach Einschätzung
des Bundesumweltministeriums auf einen dramatischen Anstieg der Gaspreise
einstellen. „Über die bereits bekanntgewordenen 25 Prozent
hinaus kann es im Herbst noch einmal eine Erhöhung des Gaspreises
um bis zu 40 Prozent geben“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär
Michael Müller (SPD). Grund seien die Koppelung an den Ölpreis
und Spekulationen. Bundesgerichtshof:
Kartellsenat stärkt Energieverbraucher (3. Juni
2008) Der Bundesgerichtshof entscheidet als letzte Instanz in den zahlreichen
Auseinandersetzungen zwischen Kunden und Versorgungsunternehmen über
die Höhe von Gas- und Strompreisen. Am 29.
April 2008 hatte der Kartellsenat des Bundesgerichtshofes die Preiserhöhungen
der dresdner Enso Gas für unwirksam erklärt, weil die Preiserhöhungsklauseln
unwirksam sind (Az KZR 2/07). Damit wurde ein Urteil des Landesgerichts
Dresden bestätigt. Nun liegt die schriftliche Urteilsbegründung
vor. Der Kartellsenat trifft in dem Urteil grundlegende Entscheidungen,
über die sich Verbraucher freuen dürfen: Kerzen-Politik Balkon ersetzt
den Kühlschrank Von Karl
Pickhardt (Text und Foto) BGH verhandelte
über Gaspreise – Urteil im Juli erwartet Eon Westfalen Weser prüft noch Paderborn (ph). Auf breiter Front ist in diesem Jahr mit weiteren Gaspreiserhöhungen zu rechnen. Die Energieversorger begründen den Schritt mit der Koppelung an den Ölpreis. Von dieser Entwicklung könne sich auch Eon Westfalen Weser nicht abkoppeln, teilte das Unternehmen gestern mit. Zurzeit würden die Auswirkungen auf die Gaspreise geprüft, eine Entscheidung über eine mögliche Preiserhöhung sei noch nicht gefallen. Nur soviel: Eine Anpassung zum 1. Juni oder 1. Juli werde es nicht geben. Gaskunden
vor teurem Herbst Bielefeld/Berlin
(dpa/sch). Die dritte Gaspreiswelle wird noch größer als
am Wochenende erwartet. Inzwischen gehen Experten davon aus, dass nicht
„nur“ 67 Gasversorger ihre Preise drastisch erhöhen,
sondern möglicherweise mindestens 100 von bundesweit 700. Schon
ab Juni könnten die Preise demnach kräftig anziehen. Kartellamt: Verfahren laufen schon Das Bundeskartellamt mit Burkhard Heitzer an der Spitze sieht nach den angekündigten Gaspreiserhöhungen derzeit keinen Grund, weitere Verfahren einzuleiten. Neue Preisanhebungen flössen in die bereits laufenden Verfahren ein, sagte eine Sprecherin. 35 Unternehmen habe seine Behörde registriert, bei denen man davon ausgehe, dass sie die Preise künstlich hoch halten, hatte Heitzer kürzlich gegenüber dieser Zeitung erklärt. Bis auf die Berliner Gaswerke (Gasag) hätten alle auf die Post des Kartellamts reagiert. Die Gasag-Beschwerde liege daher jetzt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Mit Ergebnissen der Untersuchung rechnet Heitzer erst Ende 2008. Dann aber könnte es Strafzahlungen für die Energie-Versorger geben – und die Verbraucher können auf niedrigere Preise wenigstens hoffen. (sch) Ölpreis
heizt den Gaspreis an Düsseldorf/Hamburg
(dpa). Die ungebrochene Rekordjagd bei den Ölpreisen löst
eine neue Preiswelle auch beim Erdgas aus. Auch der größte
deutsche Gasversorger Eon plant aufgrund der steigenden Rohölpreise
eine Erhöhung seiner Gaspreise. Tarifstreik-Premiere
bei Eon VON HARTMUT BRAUN Paderborn/Herford.
Für Reinhard Luhmann und seine Kollegen vom früheren EMR ist
es eine Premiere: Noch nie in der Geschichte des einst kommunalen Energiekonzerns
ist dort in einer Tarifrunde gestreikt worden. Doch gestern drängten
sie sich mit ihnen 800 Kollegen von Eon Westfalen-Weser im Schützenhofsaal,
um Kampfbereitschaft zu zeigen. „Ich bin überwältigt“,
freut sich Betriebsratschef Luhmann. Knoten in
der Leitung VON PETER STUCKHARD Gütersloh.
„Da muss sich der Wechsel doch einfach lohnen“, sagte sich
Grafiker Peter R., als er das Angebot der Eon-Tochter „E wie einfach“
geprüft hatte: Strom und Gas garantiert immer billiger als bei
seinem örtlichen Lieferanten. Ganz so einfach wie es die Werbung
suggeriert, gestaltete sich der Lieferantenwechsel dann allerdings doch
nicht. Ersatzversorgung Mit E wie einfach, Teldafax und an deren Anbietern kann man zweifellos sparen. Eine dreiköpfige Familie, die ihrem örtlichen Versorger untreu wird zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr. Wenn der Wechsel zu einem neuen En ergielieferanten nicht ganz glatt läuft, muss niemand befürchten, ohne Strom oder Gas dazustehen. Die Grundversorger, das sind die örtlichen Versorgungsunternehmen, sind gesetzlich verpflichtet, dem Verbraucher für drei Monate die benötigten Energiemengen auch ohne gültigen Liefervertrag bereitzustellen. Das tun sie in der Regel zu ihren üblichen Abgabepreisen. Nach Aussage des Vertriebschefs eines größeren örtlichen Energieversorgers, der selbst auch Kunden außerhalb seines Versorgungsgebietes beliefert, verlaufen die elektronischen Datenaustauschprozesse beim Strom mittlerweile recht unproblematisch. Beim Gas seien die Geschäftsprozesse noch keine Routine, da werde noch vieles per Hand gemacht, was eher mal zu Fehlern führen könne. Gaspreisprozess:
Richterspruch wird am 12. Juni erwartet Nur kurz
war die gestrige Verhandlung in dem Prozess Eon gegen 15 Kunden, die
die Gaspreiserhöhungen nicht zahlen. Die Äußerung der
Richterin, möglicherweise zu den von Eon vorgelegten Fakten ein
teures Sachverständigenurteil einzuholen, war der Grund dafür. Von Notbremsen
und Schachzügen VON PETER HASENBEIN Paderborn/Dortmund.
Spannend war’s gestern beim 4. Prozesstag um die Gaspreise vor
dem Dortmunder Landgericht: Einmal bat die Vorsitzende Richterin um
Bedenkzeit hinter verschlossenen Türen, ein anderes Mal zogen sich
die Mandanten und ihr Rechtsanwalt Reinhard Weeg zur geheimen Beratung
zurück. Doch am Ende blieb alles beim Alten: Ein Urteil gab’s
immer noch nicht, nun wird der Prozess am 12. Juni fortgesetzt. Taktische
Züge prägen den Gaspreis-Prozess VON PETER HASENBEIN Paderborn/Dortmund.
Im Prozess um die Gaspreise, den Eon Westfalen Weser gegen 15 Kunden
führt, hat es vor dem Dortmunder Landgericht schon vieles gegeben:
Klagen und Widerklagen, Vertagungen und umfangreiche Stellungnahmen
– nur eines noch nicht: ein Urteil. Das blieb auch gestern nach
dem 4. Verhandlungstag so. Die Vorsitzende Richterin Marlies Bons-Künsebeck
hat einen neuen Termin angesetzt. Am Donnerstag, 12. Juni will sie bekannt
geben, ob das Verfahren weitergeht oder doch ein Urteil verkündet
werden kann. Finanzielle Hilfe zugesagt Roswitha
Köllner, die Sprecherin der Bürgerinitiative Gaspreise runter,
hatte es schon im vergangenen Jahr angekündigt: Sollten in dem
Prozess um die Gaspreise Gutachten erforderlich werden oder das Ganze
über mehrere Instanzen gehen, werde sich der Bund der Energieverbraucher
an den Kosten beteiligen. Stadtwerke: Höhere Preise gegen Sozialtarif Berlin
(rtr). Die kommunalen Energieversorger drohen mit Preiserhöhungen
auf breiter Front, sollten die Pläne von Bundesumweltminister Sigmar
Gabriel für Energie-Sozialtarife für ärmere Haushalte
umgesetzt werden. „Solarstrom
aus der Sahara ist billiger“ Köln.
Was ist die Energie der Zukunft? Das Desertec-Konzept, an dem das Deutsche
Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitgewirkt hat, setzt auf
den Einsatz von Solarstrom. Bis zum Jahr 2050 soll Europa demnach 15
Prozent seines Strombedarfs aus Nordafrika importieren. Mit Robert Pitz-Paal,
der die Abteilung Solarforschung des DLR leitet, sprach Martin Krause. BGH stärkt Rechte von Gaskunden Karlsruhe (dpa). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte von Gaskunden gegen einseitige Preiserhöhungsklauseln der Energieversorger gestärkt. Nach einem neuen Urteil sind Vertragsbestimmungen unwirksam, die nur das Recht zur Anhebung der Preise vorsehen, den Versorger aber bei fallenden Kosten nicht zur Preissenkung verpflichten. Geklagt hatten 160 Verbraucher gegen die sächsische ENSO Erdgas GmbH. Stadtwerke
vor großen Investitionen VON LOTHAR SCHMALEN Bielefeld.
Die Stadtwerke Bielefeld (SWB) bleiben eines der rentabelsten Kommunalunternehmen
der Region. Mit 33,5 Millionen Euro lag der Jahresüberschuss des
Versorgungskonzerns im Geschäftsjahr 2007 sogar noch einmal leicht
höher als im Jahr zuvor (32,1 Millionen). Eigentümer der SWB
sind die Stadt Bielefeld (50,1 Prozent) und die Stadtwerke Bremen (49,9
Prozent), die sich diesen Jahresüberschuss also je zur Hälfte
teilen. Die SWB selbst sind zu 49,9 Prozent an den Stadtwerken Gütersloh
und zu 49 Prozent an den Stadtwerken Ahlen beteiligt. Förderung
des Klimaschutzes MEINUNGS-BÖRSE Man will ja nichts unterstellen. Aber die Frage, die der römische Philosoph Marcus T. Cicero 80 vor Christus in die Welt gesetzt hat, sollten sich Verbraucher bei den meisten Angeboten heute noch stets stellen: „Cui bono – wer hat den Vorteil davon?“ Wenn Energieversorger großzügig Prämien für den Erdgasanschluss zahlen, so ist die Frage leicht beantwortet. Sie wollen einen neuen Kunden fangen. Da eine moderne Ölheizung genauso umweltfreundlich wie eine Gasheizung und der Gaspreis an den Erdölpreis gebunden ist, sticht das Klimaargument überhaupt nicht. Und wo wir schon bei den geflügelten Worten sind: „There is no free lunch – nichts in der Welt ist umsonst“, weiß der Amerikaner. Wenn also der Energieversorger zur neuen Waschmaschine oder dem Erdgasauto was dazutut, muss er es zurückbekommen, oder er geht pleite. So einfach ist das. Deshalb bezahlen alle Verbraucher mit ihren Rechnungen die Wohltaten, die gut verpacktes, imageförderndes Marketing sind. 380 Euro
Zuschuss für eine sparsame Waschmaschine VON ELISABETH ROTTMANN Bielefeld. Strom- und Gaskunden in Ostwestfalen-Lippe können für das Energiesparen Prämien kassieren. Fast alle großen Energieversorger und die örtlichen Stadtwerke haben eigene Förderprogramme für den Klimaschutz. Die Zuschüsse fallen aber unterschiedlich aus. Nachtstromnutzer
schließen sich zusammen Paderborn
(jr). „Die Weltmarktpreise für Energie steigen. Wir sitzen
doch alle im selben Boot“, sagt Michael Wippermann vom heimischen
Energiebersorger Eon Westfalen Weser vor 60 Zuhörern bei der Arbeiterwohlfahrt
an der Leostraße . Die quittieren den Satz mit lautem Lachen.
Die Käufer veralteter Nachtspeicherheizungen sind mächtig
sauer auf den monopolistischen Stromanbieter Eon. Ihre Heizkosten sind
in den letzten Jahren rasant gestiegen. Gaspreisklage: Gericht verlangt Beweise von E.on Hanse In dem
Sammelklageverfahren von 54 Gaskunden gegen die E.on Hanse AG verlangt
das Landgericht Hamburg von dem Gasversorger Beweise für die Angemessenheit
der Preise. Das ergibt sich aus einem Hinweisbeschluss des Gerichts
vom 4. März 2008, über den die Verbraucherzentrale Hamburg
informiert. Die Organisation unterstützt und koordiniert die Klage. Gaspreis-Prozess auf 15. Mai verschoben Paderborn (ph). Der Gaspreis-Prozess vor dem Dortmunder Landgericht, der am heutigen 17. April fortgesetzt werden sollte, ist auf Donnerstag, 15. Mai, 10 Uhr verschoben worden. Das teilte das Gericht gestern mit. Wie bereits berichtet konnte Reinhard Weeg, der Anwalt der verklagten Gaskunden, aus Krankheitsgründen nicht an dem heutigen Termin teilnehmen und hatte einen Antrag auf Verlegung des Prozesses gestellt. Das Verfahren hatte Eon Westfalen Weser bereits im Sommer 2005 auf den Weg gebracht, zur ersten Verhandlung war es im April 2006 gekommen. Ursprünglich waren 23 Gaskunden vom Energieversorger verklagt worden, heute sind noch 15 Gaskunden am Prozess beteiligt. Gaspreis-Prozess
geht in die nächste Runde VON PETER HASENBEIN Paderborn. Mit Spannung blicken nicht nur die 15 Gaspreis-Verweigerer und Eon Westfalen Weser auf den Donnerstag nächster Woche: Am 17. April wird um 10 Uhr in Saal 8 des Dortmunder Landgerichts der Prozess um die Gaspreise fortgesetzt. Völlig
offen ist, ob es eine Entscheidung geben wird. Reinhard Weeg, Rechtsanwalt
der 15 vom Energieversorger verklagten Gaskunden, geht jedenfalls nicht
von einem Urteil aus. „Eon hat viel geschrieben, aber wenig gesagt“,
lautet sein Fazit über die Stellungnahme, die der Energieversorger
bis Ende November beim Gericht nachreichen musste, um die Preisanhebung
aus Oktober 2004 detaillierter zu begründen. Versorger muss Preiserhöhung vor Gericht beweisen – Urteil des Amtsgerichts Lingen (10. April
2008) Ein Gericht muss sich bei Preissteigerungen davon überzeugen,
dass die angegebenen Bezugssteigerungen tatsächlich vorliegen.
Eine Zeugenvernehmung dazu ist kein zulässiges Beweismittel. Zu
diesem Schluss kommt das Amtsgericht Lingen in einem jetzt bekannt gewordenen
Urteil (Az 12 C 468/07(X)) . Teurer Wechsel zum günstigeren Stromanbieter Herford/Paderborn (ged). Der Wechsel vom Anbieter Eon zu Teldafax sollte für zwei Herforder Kunden eine Ersparnis bringen, doch die erste Abschlagsrechnung wies einen erheblich höheren prognostizierten Stromverbrauch aus (wir berichteten). Eon-Unternehmenssprecher Michael Wippermann erklärt: „Beim Wechsel eines Kunden zu einem neuen Anbieter geben wir an diesen eine erste Prognose über den Verbrauch weiter.“ Diese Meldung sei aber nicht repräsentativ, da auch geschätzte Verbräuche nach diesem Zeitraum mit eingerechnet würden. Im ungünstigsten Fall fließen dabei stromintensive Wintermonate ein. Diese erste Meldung, so Wippermann, sei für den neuen Anbieter lediglich Beleg dafür, dass der Wechsel vollzogen wird. Nach Ablesen des Zählerstandes erfolge eine genaue Abrechnung, die für den neuen Anbieter Grundlage für eine erste Rechnung an den Kunden sein dürfe. Eon-Daten „unplausibel“ Herford/Troisdorf (ged). Viele Kunden, die vom Stromanbieter Eon zum Troisdorfer Anbieter Teldafax gewechselt sind, klagen nun über höhere Kosten. Sie unterstellen Eon im Gespräch mit dieser Zeitung „pure Absicht“. Eon habe sie mit einem höheren Verbrauch an Teldafax gemeldet, als sie tatsächlich hatten. Eine Herforderin habe bislang einen Verbrauch von etwa 2.500 Kilowattstunden pro Jahr gehabt, wurde aber mit 7.040 Kilowattstunden an den neuen Anbieter gemeldet. Teldafax-Pressesprecher Thomas Müller teilte gestern mit, „dass die Daten von 25 Prozent der ehemaligen Eon-Kunden unplausibel erscheinen und um mehr als 1.000 Kilowattstunden abweichen. Wir unterstellen allerdings keine Absicht, sondern vermuten einen Systemfehler beim Wettbewerber.“ Bei Eon sucht man nach der Ursache. Neuer Termin
im Gaspreis-Prozess VON PETER HASENBEIN Paderborn.
Den 17. April hatten die Gaspreis-Verweigerer schon seit langem im Terminkalender:
Dann sollte ein Teilaspekt im Prozess um die Gaspreise verhandelt werden.
Doch mittlerweile steht fest: Auch die Hauptverhandlung wird am 17.
April am Dortmunder Landgericht fortgesetzt. Wie mehrfach berichtet,
musste Eon Westfalen Weser bis Ende November 2007 weiteres Zahlenmaterial
nachreichen, um die Preiserhöhung aus Oktober 2004 zu begründen.
Verbraucher und Attac: Stromnetze demokratisch kontrollieren (7. März 2008) Die Übernahme der Stromnetze durch die öffentliche Hand fordern in einer gemeinsamen Unterschriftenaktion der Bund der Energieverbraucher und die Organisation Attac. Eine Verstaatlichung
sei zwingend notwendig, um die künftige Stromversorgung zu sichern.
Das Stromnetz als Schlüsselressource müsse im Wettbewerb neutral
sein und dürfe nicht den Profitinteressen geopfert werden. Gaspreise
unter Feuer VON MATTHIAS BUNGEROTH Bielefeld.
„Die Leute sind böse, empört und fühlen sich über
den Tisch gezogen“, so beschreibt Roswitha Köllner, Vorsitzende
des Paderborner Vereins „Gaspreise runter“, die Stimmung
bei vielen Verbrauchern, die jetzt die Abrechnungen für ihren Gasverbrauch
im Jahr 2007 erhalten. 35 Energieversorgern in Deutschland flatterten
jetzt blaue Briefe des Bundeskartellamts ins Haus. Gaspreise
runter Paderborn. Großen Andrang hatten die Sprechstunden der Bürgerinitiative „Gaspreise runter“ im Februar. Immer wieder neu sei die Empörung bei den Verweigerern, wie hoch der Unterschied zwischen den Preisen von 2004 und 2008 ist, teilt die Initiative mit und zitiert einige Kunden: „Eon macht seine Gewinne auf unsere Kosten“ und „Wenn mein Einkommen innerhalb von 4 Jahren so steigen würde wie die Preise von Eon, wäre ich ein gemachter Mann.“ Wegen des großen Andrangs bietet die Bürgerinitiative auch am Mittwoch, 5. und 12. März, jeweils von 16-19 Uhr in der Ferdinandstraße 17 (Eine-Welt-Laden) Hilfe bei der Neuberechnung der Abrechnung an. Eon verkauft
sein Leitungsnetz Für kurze Zeit machte sich schon Hoffnung breit, der Verkauf der Eon-Leitungen könnte zu mehr Wettbewerb und damit wieder zu günstigerem Strom führen. Doch Pustekuchen – die direkten Anbindungen an die Haushalte bleiben faktisch in der Hand der Stromriesen. Und die allein bestimmen den Preis. Um dies zu ändern, müssten nicht nur die Überlandleitungen, sondern auch die regionalen Netze von den großen Stromproduzenten getrennt werden. So hätten alle Anbieter die gleichen Chancen zur Einspeisung von Strom. Letztendlich muss sich der Verbraucher in diesem Punkt auch an die eigene Nase packen: Zu viele halten ihrem lokalen Grundversorger – und damit häufig einem großen Stromkonzern – die Treue. Durch einen Anbieterwechsel könnten sie nicht nur eine Menge Geld sparen – die aktive Auswahl des Anbieters würde auch den Wettbewerb ankurbeln. Und erst dann werden sich die Konzerne von ihrer Hochpreis-Strategie verabschieden. Gerangel
ums Stromnetz Düsseldorf
(AP/fr). Wilde Gerüchte kursieren in der Energiebranche: Wer wird
die Stromleitungen von Eon kaufen? Als Interessent gilt der spanische
Baukonzern ACS. Er könne im Gegenzug seine 13-prozentige Beteiligung
am größten spanischen Versorger Iberdrola anbieten und damit
Eon doch noch den Markteintritt in Spanien ermöglichen, meldete
die Wirtschaftswoche. Eon verkauft
sein Stromnetz Würden die Worte von Eon-Boss Bernotat gehandelt wie Aktien, so stünde der Bernotat-Kurs heute kurz vor null, wegen eines massiven Vertrauensverlusts der Anleger. Was hatte
Bernotat noch Ende 2007 über Stromnetze und Energieversorger gesagt?
„Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht zur Entflechtung kommen
wird.“ Gestern verkündete Eon, der Verkauf des Hochspannungsnetzes
des Konzerns stehe bevor. Eon auf
der Flucht nach vorn VON DETLEF FECHTNER Brüssel/Düsseldorf.
Die EU-Kommission fordert seit langem eine Zerschlagung der deutschen
Stromkonzerne. Als Grund gilt mangelnder Wettbewerb auf dem deutschen
Strommarkt. Der Düsseldorfer Energieriese Eon kommt einer erzwungenen
Entflechtung von Stromerzeugung und Netzbetrieb jetzt zuvor. Eon-Kunden
sind sehr misstrauisch geworden Paderborn
(WV). Georg Aschendorf traute seinen Augen nicht. Klar, er hatte etwas
mehr Strom als in den Vorjahren verbraucht. Aber gleich 34 407 Kilowattstunden?
Unmöglich! Ebenso wie die geforderte Nachzahlung von 6203,07 Euro. Weitere Gaspreiserhöhungen unbegründet (19. Februar
2008) Während die Gasimportpreise im Vergleich zum Vorjahr um 7,4
Prozent gesunken sind, heben die Gasversorger erneut dreist ihre Preise
an. Dagegen hat der Bund der Energieverbraucher in Unkel entschieden
protestiert. „Es ist unerfindlich, warum Verbraucher mehr bezahlen
sollen für Gas, dessen Bezugspreis aus dem Ausland zurückgeht. Sensible
Energie-Verbraucher VON HANS-HERMANN IGGES Paderborn.
Inzwischen dürften auch fast alle Paderborner Strom-, Gas- und
Wasserkunden von Eon Westfalen Weser ihre Jahresrechnung für 2007
mit der aktuellen Abschlagsrechnung für 2008 bekommen haben. Anfang
dieser Woche ging nach Eon-Angaben der zweite und letzte Schub von Rechnungen
raus. Nach der Abrechnungspanne, bei der zunächst an Kunden im
Kreis Paderborn und dann auch im Kreis Höxter wegen eines Softwarefehlers
viel zu hohe Rechnungen verschickt wurden, ein Anlass, sich seine eigene
Rechnung genau anzusehen. Gaspreis-Initiative
bietet Hilfe Paderborn.
Länger als sonst üblich mussten die Kunden von Eon Westfalen
Weser dieses Jahr auf ihre Jahresabrechnung warten. Fehler bei der Berechnung
des Strompreises sollen dafür der Grund gewesen sein. Da dieser
jetzt nach Aussagen von Eon behoben ist, gehen auch im Stadtgebiet die
ersten Abrechnungen raus. „Und genauso wie in den vergangenen
Jahren läuft bei der Initiative Gaspreise runter wieder das Telefon
heiß. Eon verschickt
Rechnungen Paderborn.
Die Kunden von Eon Westfalen Weser in der Stadt und den Stadtteilen
von Paderborn erhalten jetzt ihre Jahresrechnungen für Strom, Gas
und Wasser. Diese Rechnungen waren nochmals überprüft worden,
weil es aufgrund eines Softwarefehlers zu fehlerhaften Rechnungen bei
Kunden im Paderborner Umland gekommen war. zu Michael Wippermann neuer Eon-Sprecher „Nicht immer überzeugend“ Absolut überrascht“ war Roswitha Köllner, die Sprecherin der Bürgerinitiative Gaspreise runter, gestern von dem Personalwechsel bei Eon Westfalen Weser. Auch wenn beide Seiten im Streit um den Gaspreis „sehr unterschiedliche Standpunkte“ vertreten hätten, habe man mit Meinolf Päsch „eine Ebene ohne persönliche Anfeindungen“ gefunden. Köllner vermutet allerdings, dass die intensive Arbeit der Bürgerinitiative Auswirkungen auf diese Personal-Entwicklung gehabt habe. „Manchmal war es wirklich nicht überzeugend, wie die Geschäftspolitik in der Öffentlichkeit ankam, es gab auch einige ungeschickte Formulierungen“, meint Köllner und hofft nun auf ein „offenes Verhältnis“ zum Nachfolger: „Wir werden sehen wie sich das entwickelt.“ Michael
Wippermann neuer Eon-Sprecher VON PETER HASENBEIN Paderborn.
Was für die Öffentlichkeit überraschend kommt, soll firmenintern
schon seit langem kein Geheimnis mehr gewesen sein: Meinolf Päsch
(57), Unternehmenssprecher von Eon Westfalen Weser, ist seit Ende Januar
im Vorruhestand, sein Nachfolger heißt Michael Wippermann und
ist bereits seit 1. Februar im Amt. Der 40-Jährige leitete bisher
den Vertrieb für den Geschäftskundenbereich bei Eon in Paderborn.
RWE erhöht Gaspreise um 9,5 Prozent Dortmund (hazl). Der regionale Gasversorger RWE Westfalen-Weser-Ems erhöht zum 1. April die Gaspreise um durchschnittlich 9,5 Prozent. Wie das Unternehmen mitteilte, werden damit gestiegene Bezugskosten an die rund 400.000 Kunden in NRW weitergegeben. RWE hatte zuletzt im Juli 2006 die Preise angehoben. 2007 senkte der Versorger die Preise zweimal. Mit der Anhebung werde nun wieder das Niveau von Juli 2006 erreicht, so ein Sprecher. Angehoben wird der Arbeitspreis um 0,5 Cent je Kilowattstunde. Für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet die Preisanpassung eine durchschnittliche Mehrbelastung von monatlich 9,92 Euro. Die Grundpreise bleiben stabil. Eon korrigiert
Stromrechnungen Paderborn.
Einige Kunden des Unternehmens Eon-Westfalen-Weser haben in den vergangenen
Tagen fehlerhafte Rechnungen geschickt bekommen (wir berichteten). Die
Ursache dafür ist nun gefunden, teilt das Unternehmen mit: Schuld
sei ein neues Computerprogramm, das die Kosten für Netznutzung
und Energie getrennt auflistet. Eon Energie
soll Buße zahlen Brüssel/Düsseldorf
(ddp). Die EU-Kommission hat gegen eine Tochter des Düsseldorfer
Eon-Konzerns eine Geldstrafe wegen Behinderung kartellrechtlicher Untersuchungen
verhängt. Weil der Stromversorger Eon Energie nach Ansicht der
Kommission ein amtliches Siegel gebrochen hat, soll er eine Geldbuße
von 38 Millionen Euro zahlen. Eon Energie wies die Vorwürfe zurück
und will Rechtsmittel einlegen. Stromrechnungen
massenhaft zu hoch Paderborn
(ig). Der heimische Energieversorger Eon Westfalen Weser will vorerst
keine Stromrechnungen mehr verschicken. Stattdessen sollen alle bisher
versendeten Rechnungen überprüft werden. Das teilte Unternehmenssprecher
Meinolf Päsch gestern auf Anfrage der NW mit und entschuldigte
sich bei den Kunden für den in der Firmengeschichte bisher einzigartigen
Fall. Neuer Termin beim Gasprozess Paderborn
(ph). Das Dortmunder Landgericht hat im Gasprozess einen Teilaspekt
abgetrennt und für den 17. April einen weiteren Verhandlungstermin
angesetzt. In der Widerklage geht es um die Frage, ob Eon Westfalen-Weser
von den Gaskunden zu viel gezahlte Gebühren mit den eigenmächtig
gekürzten Gaspreisen verrechnen durfte. Schon am ersten Prozesstag
am 6. April 2006 hatten fünf Kunden den Energieversorger auf eine
vollständige Erstattung der zuviel gezahlten Gebühren verklagt.
Neue Erkenntnisse im Hauptverfahren sind am 17. April nicht zu erwarten.
Wie berichtet, hatte Eon Westfalen- Weser 15 Kunden verklagt, weil sie
im Oktober 2004 ihre Gasrechnung eigenmächtig gekürzt hatten.
Bis November 2007 musste Eon weiteres Zahlenmaterial ans Gericht liefern,
um die elfprozentige Preiserhöhung von 2004 zu rechtfertigen. Insgesamt
haben 1.700 Gaspreisrebellen ihre Rechnungen gekürzt. Eon verschickt die Jahresrechnung Kreis Paderborn. Der heimische Energieversorger Eon Westfalen Weser verschickt in diesen Tagen die Jahresrechnungen 2007 an seine Strom-, Gas- und Trinkwasserkunden im Kreis Paderborn. In der Stadt Paderborn sollen die Rechnungen ab dem 29. Januar beim Kunden sein. „Wir haben unser Call-Center deutlich aufgestockt, um Fragen der Kunden schnell und kompetent beantworten zu können“, sagteUnternehmenssprecher Meinolf Päsch. Dennoch lasse sich nicht ganz auszuschließen, dass die Leitungen in Spitzenzeiten überlastet sein werden. Unter der Servicenummer 0180 1 88 55 11 sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Die Rechnung führt neben den Angaben zum Verbrauch unter anderem auch die jeweiligen festen Preisbestandteile (Grund- bzw. Leistungs- und Verrechnungspreis) auf. Anteilig enthalten sind hier – zum Beispiel für die Stromprodukte –unter anderem alle Kosten, die mit der Abrechnung und Messung zusammenhängen. Diese Preisbestandteile unterlägen bei Strom und Erdgas der behördlichen Kontrolle und seien genehmigt, erläuterte Päsch. Stromkunden
in Wechsellaune Es ist eine Abstimmung mit den Füßen. Den Stromkonzernen laufen die Kunden weg. Empört über die immer neuen Preiserhöhungen, die auch zum Jahresanfang wieder die Runde machen, wechseln Verbraucher zu einem billigeren Stromanbieter. Eine Million Kunden haben sich inzwischen einen anderen Anbieter gesucht. Und die Zahl schnellt weiter in die Höhe, hat sich gegenüber 2006 bereits verdoppelt. In diesem Jahr wird eine durchschnittliche Familie um bis zu 200 Euro mehr pro Jahr für Strom und Gas bezahlen müssen. Für viele Familien zählt da jeder Euro. Auch wenn die Zahl der Wechsler angesichts von 80 Millionen Bundesbürgern für Stromkonzerne noch verkraftbar ist, sind sie offenbar alarmiert: So schickte Eon seine Billigtochter E wie Einfach auf den Markt, um Wechselwillige im eigenen Netz einzufangen. Umso empörender ist es, wenn eben dieser Billiganbieter ab Februar mancherorts die Grundgebühr um bis zu 300 Prozent erhöhen will. Stromversorger erhöhen Preise auf breiter Front Frankfurt
(AP). Böse Überraschung für Millionen Verbraucher: Die
Strompreise steigen in den ersten Wochen des Jahres um durchschnittlich
7,2 Prozent. Wie der unabhängige Verbraucherdienst Verivox ermittelte,
erhöhten 437 Grundversorger die Preise zum 1. Januar oder verlangen
zum 1. Februar mehr Geld. Die Energieexperten schätzen, dass rund
ein Viertel aller Haushalte von den Strompreiserhöhungen betroffen
ist. Das Bundeskartellamt drohte den Energieunternehmen mit hohen Bußgeldern. V wie vierfacher
Strompreis Köln
(hazl). Nach einem Zeitungsbericht der Bild müssen viele Kunden
des Billigstromanbieters „E wie einfach“ ab Februar mit
höheren Tarifen rechnen (diese Zeitung berichtete). Von einer Anhebung
der Grundgebühr um bis zu 300 Prozent in einigen Regionen ist die
Rede. „Zahlen
bringen keine Klarheit“ VON PETER HASENBEIN Paderborn. Ende Januar wird Rechtsanwalt Reinhard Weeg seine Stellungnahme an die Kammer des Dortmunder Landgerichts schicken, die den Prozess gegen die Gaspreis-Rebellen verhandelt. Das bestätigte Weeg auf Nachfrage der NW. Damit antwortet der Jurist auf die Unterlagen, die Eon Westfalen Weser Ende November vorgelegt hatte. Wie berichtet
waren diese zusätzlichen Unterlagen des Energieversorgers erforderlich
geworden, weil die Vorsitzende Richterin Marlies Bons-Künsebeck
das bisher vorgelegte Zahlenmaterial von Eon als nicht ausreichend eingestuft
hatte, um die Gas-Preiserhöhung aus Oktober 2004 zu rechtfertigen. Gericht schützt Verbraucher Frankfurt (dpa). Energieversorger dürfen keine Preisanpassungsklauseln in Stromlieferungsverträgen aufnehmen. Das entschied das Oberlandesgericht Frankfurt. Solche Klauseln benachteiligen nach Auffassung des Gerichts die Abnehmer „entgegen den Geboten von Treu und Glauben“. Dem Energieversorger werde eine nachträgliche Verschiebung des Preis-Leistungs-Verhältnisses zulasten des Kunden ermöglicht, ohne dass dem Kunden während der Vertragslaufzeit eine Kündigungsmöglichkeit eingeräumt werde. (Az.: 1 U 41/07). Billiganbieter „melkt“ Kunden Köln (dpa). Viele Kunden des Billigstromanbieters E wie einfach müssen ab Februar mit höheren Tarifen rechnen. Laut Bild hebt die Tochter des Energiekonzerns Eon die Grundgebühr für Strom in mindestens 20 Städten oder Regionen um bis zu 300 Prozent an. Laut Verbraucherschützern sind inzwischen viele Stromversorger billiger. Der Bund der Energieverbraucher kritisierte, Eon versuche mit dem Billiganbieter, weglaufende Kunden zu halten und zu „melken“. Kartellamt setzt Spezialisten ein Düsseldorf (rtr). Angesichts der steigenden Strom- und Gaspreise will das Bundeskartellamt den Energiekonzernen mit einer neuen Prüfabteilung zu Leibe rücken. Die Missbrauchsaufsicht mit zunächst acht Vollzeitstellen habe ihre Arbeit aufgenommen, teilte die Wettbewerbsbehörde in Bonn mit. „Der Wettbewerb auf den Gas- und auch auf den Strommärkten ist noch nicht ausreichend in Gang gekommen“, sagte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer. Grundlage der Neuerung sei ein im Dezember in Kraft getretenes Gesetz, das dem Bundeskartellamt und den Landeskartellbehörden die Verfolgung von überhöhten Preisen in den Strom- und Gasmärkten erleichtern solle. Unter anderem müssen die Unternehmen nun den Grund für die Erhöhungen nachweisen. Laut Verbraucherschützern heben mehr als 300 Versorger zum Jahresauftakt ihre Preise an. Im Schnitt verlangten sie zehn Prozent mehr. Kartellamt
prüft Energie-Preise Neue Arbeitsplätze sind immer ein Grund zur Freude. Auch wenn es nur acht Stück sind. B 10 heißt die neu geschaffene Abteilung im Bundeskartellamt. Die acht Ganztagskräfte sollen vor allem „die Angemessenheit der Strom- und Gaspreise zusammen mit den Landeskartellbehörden wettbewerbsrechtlich überprüfen“. Auf den Kampf der acht Aufrechten darf man gespannt sein. Denn die Mitarbeiter treten nicht nur gegen einen Goliath, sondern gleich gegen vier Goliathe an – Eon, EnBW, Vattenfall und RWE, die großen Energieversorger. Seit Monaten stehen diese unter Verdacht, sich bei den heftigen Strompreis-Erhöhungen untereinander abgesprochen zu haben. Eine Gesetzesnovelle vom 22. Dezember ist Arbeitsgrundlage für die neue Abteilung des Kartellamts. Ob die Waffen, die ihnen das Gesetz in die Hand gibt, scharf genug sind, wird sich zeigen. Aber acht Mal geballte Arbeitskraft gibt immerhin Anlass zur Hoffnung. Hoffnung für Millionen von Gas- und Stromkunden.
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