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Artikel in der Neuen Westfälischen
vom 22.11.2005:
Eon
Hanse legt Kalkulation offen
Druck auf die Tränendrüse
MARTIN KRAUSE
MEINUNGS-BÖRSE
Manches Unternehmen
stürzte gewiss in größte Schwierigkeiten, wenn seine
Margen – also die Spannen zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen
– sich innerhalb eines Jahres nahezu halbierten.
Eine solche Entwicklung
dokumentierte gestern die Eon Hanse, eine der regionalen Töchter
des größten deutschen Energiekonzerns Eon. Doch der Düsseldorfer
Riese scheint das Malheur bisher locker zu verkraften. In den ersten
neun Monaten wuchs der Nettogewinn des Konzerns sogar auf ein neues
Rekordniveau: Mit 6,4 Milliarden Euro verbuchte Eon ein Drittel mehr
Überschuss als im bisherigen Rekordjahr 2003. Auch der Aktienkurs
stieg gestern weiter kräftig, den angeblich ramponierten Margen
zum Trotz.
Nun sind die Bilanzen
weitverzweigter Konzerne mit ihren Konsolidierungseffekten und Quersubventionen
selbst für Wirtschaftsprüfer kaum auf Anhieb zu durchschauen
oder gar zu widerlegen. Doch das offensichtliche Missverhältnis
zwischen überragender Gewinnsituation einerseits und dem Druck
auf die Tränendrüse andererseits straft Eon Lügen. Der
Konzern verlacht die Öffentlichkeit. Auf Kosten seiner Kunden.
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