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Pressebericht in der Neuen Westfälischen vom 22.11.2004
Kampf
gegen Gaspreise geht weiter
Riesenandrang bei der neu gegründeten Bürgerinitiative
im AWO-Treff
VON KATHRIN SCHAMONI
Paderborn. Der Kampf gegen die Gaspreiserhöhung der E.ON Westfalen
Weser AG geht weiter: Am Freitagabend fand das zweite Treffen der neu
gegründeten Bürgerinitiative "Gaspreise runter"
statt. Und wieder mit enormer Resonanz: Der Platz im AWO-Treff reichte
bei Weitem nicht aus; bis ins Foyer gedrängt standen die interessierten
Verbraucher.
Emotionsgeladen
war die Menge. Doch gaben sich die Aktivisten bei der ersten Veranstaltung
vor zwei Wochen an erster Stelle verärgert und verunsichert, so
waren sie jetzt um einiges mutiger, offensiver und optimistischer, ihr
Ziel zu erreichen: dass E.ON die elfprozentige Gaspreiserhöhung
wieder zurücknimmt.
Seit
dem ersten Treffen hat sich einiges bewegt
Seit dem
ersten Treffen hat sich einiges bewegt. Erstmal hat die Bürgerinitiative
ein Gesicht bekommen. Roswitha Köllner, Peter Kunze, Hildegard
Höppner, Gerd Hartmann, Peter Sprockhoff, Herbert Kniesburges und
Fritz Buhr bilden den Sprecherrat. Der Rechtsanwalt Reinhard Weeg aus
Rheda-Wiedenbrück wird die Paderborner "Gaspreis-Rebellen"
weiterhin mit seinem juristischen Rat unterstützen.
Die Einzugsermächtigung
kündigen und E.ON einen Dauerauftrag (alter Abschlag plus zwei
Prozent) erteilen - das hatte die Initiative als ersten Schritt festgelegt,
um gegen den Energiekonzern vorzugehen. Viele sind diesen Schritt bereits
gegangen; 2.600 Boykotteure gibt es bisher. "So viele Leute, wie
in der letzten Zeit bei mir angerufen haben und sich informieren wollten,
wie sie beispielsweise am besten einen Widerspruch formulieren - das
ist unglaublich", freute sich Roswitha Köllner über die
Breitenwirkung. Und gerade das ist für die Aktivisten das Entscheidende:
immer mehr Mitstreiter zu gewinnen.
Das Gespräch mit dem Energieversorger suchen
Auch mit
dem zweiten Schritt ihrer Vorgehensweise, das Gespräch mit dem
Energieversorger zu suchen, sind Köllner und Co. bereits vorangekommen.
So meldete sich E.ON in der vorletzten Woche bei einer Pressekonferenz
zu Wort und signalisierte Gesprächsbereitschaft (die NW berichtete).
In circa vier bis acht Wochen will die Bürgerinitiative Vertreter
des Unternehmens zu einer öffentlichen Diskussion mit den Betroffenen
einladen.
Bis dahin
wollen die engagierten Verbraucher verstärkt in der Öffentlichkeit
auf sich und ihren Kampf gegen E.ON aufmerksam machen. "Jeder hier
muss in seinem Umkreis aktiv werden und Informationen weitergeben",
forderte Peter Kunze die Menge auf. Mit ihren individuellen Fragen können
sich Betroffene jederzeit an den Sprecherrat der Bürgerinitiative
wenden. Von Reinhard Weeg formulierte Widerrufs-Musterschreiben sind
bei den Aktivisten als auch im Internet unter www.gaspreise-runter-owl.de
erhältlich. Nach der Jahresendabrechnung soll das nächste
Treffen der Bürgerinitiative stattfinden. "Dann legen wir
gemeinsam fest, wie wir darauf reagieren", kündigte Roswitha
Köllner an. Der Sprecherrat trifft sich am kommenden Freitag um
19 Uhr im Eine-Welt-Laden, Ferdinandstraße17. Interessierte sind
willkommen.
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