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Artikel in der Neuen Westfälischen vom 16.09.2005:

Gaspreis: Prozess 16. März 2006
Eon Westfalen Weser gegen 23 Gaskunden

Paderborn (ph). In dem Rechtsstreit zwischen Eon Westfalen Weser und den 23 Kunden, die das Paderborner Energieunternehmen verklagt hat, steht der Prozesstermin fest: Am 16. März 2006 wird die mündliche Verhandlung vor dem Landgericht Dortmund stattfinden.

Wie mehrfach berichtet haben immer noch über 1.000 Eon-Kunden gegen die Gaspreiserhöhung Widerspruch eingelegt und eigenmächtig die Zahlungen gekürzt. Darauf hin hatte Eon im Juni 2005 stellvertretend für alle Verweigerer 23 Kunden aus dem Versorgungsgebiet verklagt, um doch den vollen Gaspreis kassieren zu können. Die Gaspreiskritiker gehen sogar davon aus, dass die von Eon angegebene Zahl von 1.000 Verweigerern auch erheblich höher liegen könnte.

Doch egal wie viele Kunden Widerspruch eingelegt haben, auf den Prozess hatten die Gaspreiskritiker seit langem gewartet. Sie erhoffen sich, dass Eon Westfalen Weser im Verlauf des Prozesses die Kalkulation offen legen muss. Ganz anders der Energieversorger. Er geht davon aus, dass die Kunden zur Zahlung des vollen Preises verurteilt werden, ohne dass die Kalkulation offen gelegt werden muss.

23 Kunden stehen auf der Anklageliste, 16 von ihnen werden von Rechtsanwalt Reinhard Weeg vertreten, der bereits auch die Initiative seit ihrer Geburtsstunde juristisch berät. Fünf der nicht von ihm vertreten Kunden haben den Prozess allerdings schon verloren: Da sich Angeklagte bei Landgerichtsprozessen grundsätzlich einen Anwalt nehmen müssen und die fünf Beklagten darauf verzichtet hatten, sei ihnen bereits ein „Versäumnisurteil“ ins Haus geschickt worden, wie Reinhard Weeg bestätigt. Sie müssen damit den vollen Gaspreis zahlen, haben aber noch die Möglichkeit des Widerspruchs.

Derweil gehen juristische Auseinandersetzungen zwischen Energieunternehmen und ihren Kunden auch in anderen Städten weiter: So habe gestern ein Kunde gegen die Dortmunder Stadtwerke einen Prozess gewinnen können, der ebenfalls von Reinhard Weeg vertreten wird. Auch ihm sei von den Stadtwerken mit einem Lieferstop gedroht worden, wenn er nicht den vollen Gaspreis zahlt. „Gestern haben die Stadtwerke nun eine Erklärung abgegeben, dass sie nicht mehr damit drohen werden“, erläutert Weeg und sieht auch darin eine Bestätigung, dass die Gaspreiskritiker auf dem richtigen Weg sind .

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