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Artikel in der Neuen Westfälischen
vom 14.09.2005:
„Die
haben keine Kalkulation“
Familie Ziebarth zählt zu den von Eon Beklagten
/ Fragen an die Stadt Büren
VON KARL FINKE
Büren. Andreas
Ziebarth und seine Ehefrau Cordula zählen zu den 17 privaten Gaskunden
von Eon, die sich nun der Klage des Versorgungsunternehmens stellen,
nachdem sie ihre Zahlung eigenmächtig prozentual gekürzt haben.
„Wir wollen zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lassen
muss“, sagt die SPD-Stadträtin Ziebarth. In der jüngsten
Ratssitzung hat sie mehrere Fragen an Bürgermeister Wolfgang Runge
gestellt.
Der private Verbraucher
kann seine Mehrbelastung durch die letzten Gaspreiserhöhungen sehr
genau beziffern. „Von uns wollte Eon Anfang des Jahres 26 Prozent
mehr haben“, beziffert Andreas Ziebarth die komplette Forderung.
Tatsächlich bezahlt hat er seitdem mit einem fünfprozentigen
Aufschlag auf die Abschlagszahlungen. Zwei Prozent davon mache der höhere
Gasverbrauch der Familie aus. Drei Prozent Preiserhöhung haben
die Ziebarths Eon zugebilligt.
Wie hoch aber fällt
für die Stadt Büren die zusätzliche finanzielle Belastung
durch die höheren Gaspreise von Eon aus? wollte Cordula Ziebarth
als Stadträtin vom Bürgermeister wissen. Auf Anfrage der NW
gestern bei Kämmerer Franz Meis trug dieser die Gas-Summen der
städtischen Gebäude zusammen: Im Jahr 2004 zahlte die Stadt
an Eon 186.000 Euro – die Vorauszahlung für 2005 stieg auf
194.000 Euro. Die Kommune bekommt einen Mengenrabatt von bis zu zehn
Prozent.
Meis bestätigte
seine Aussage im Stadtrat, dass die Stadt an einem höheren Gasumsatz
mit Eon über die so genannte Konzessionsabgabe profitiere. Für
das Recht auf die Verlegung von Gasleitungen im städtischen Straßennetz
kassierte die Kommune im vergangenen Jahr 146.000 Euro. In diesem Jahr
sind es 174.000 Euro, so Meis, der dies mit einer höheren Anschlussdichte
begründete. Der Kämmerer bejahte, dass letztlich die Bürger
als Verbraucher diese Konzessionsabgabe aufbringen.
Nicht anschließen
mochte sich Bürgermeister Runge Protesten wie der Initiative „gaspreiserunter“.
Seine Begründung gestern gegenüber der NW: „Wenn man
Preise einbehält, ist das rechtwidrig.“ Ziebarth hatte auf
gegenteilige Beispiele wie die Stadt Schloss Holte-Stukenbrock und Kommunen
im Münsterland verwiesen. Im Eon-Beirat habe er jedoch daruf gedrängt,
dass das Unternehmen seine Preis-Kalkulation gegenüber den Verbrauchern
transparent machen solle.
Auf eine Offenlegung
der Kalkulation hoffen die Beklagten wie Andreas Ziebarth immer noch
im Zuge des Verfahrens vor dem Landgericht Dortmund (noch kein Termin).
Genau das wolle Eon aber vermeiden, meint der Bürener – und
glaubt auch zu ahnen, warum: „Die haben überhaupt keine Preiskalkulation“.
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