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Artikel in der Neuen Westfälischen vom 11.11.2005:

Eon verdient prächtig
Gasversorger übertrifft nach nur neun Monaten Rekord-Jahresgewinn

Düsseldorf (dpa). Deutschlands größter Energiekonzern Eon verdient in diesem Jahr so viel Geld wie noch nie. Gewinne aus Firmenverkäufen und höhere Energiepreise haben den Überschuss in den ersten neuen Monaten des Jahres 2005 auf 6,4 Milliarden Euro hochschnellen lassen.

Damit hat Eon bereits nach neun Monaten den bisherigen Rekordgewinn des Jahres 2003 um mehr als ein Drittel übertroffen. Eon-Chef Wulf Bernotat zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden: Die klare Strategie und solide Finanzbasis seien Ausgangspunkt für weiteres Wachstum.

Knapp die Hälfte des Überschusses – nämlich drei Milliarden Euro – entfielen allerdings auf Buchgewinne aus dem Verkauf der Immobilientochter Viterra und der Ruhrgas Industries. In Deutschland steigerten vor allem die gestiegenen Großhandelspreise für Strom das bereinigte operative Ergebnis.

Bernotat räumte ein, dass es Versäumnisse beim Dialog der Energiebranche mit den Verbrauchern gegeben habe. Eon wie auch die übrigen Versorger stehen seit Wochen wegen der hohen Strom- und Gaspreise massiv in der Kritik.

„Ich habe Verständnis dafür, dass steigende Preise unseren Kunden Sorgen bereiten“, so Bernotat. Aber es gebe zu wenig Verständnis für das Funktionieren der Energiemärkte. Wo Marktkräfte wirkten, würde manipulatives Handeln der Unternehmen vermutet. Es sei zu einfach und populär, „uns der Abzocke zu bezichtigen“.

Nach Angaben des Unternehmens erhöhte sich der bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro, in Deutschland war es ein Plus von 9 Prozent. Hier hätten höhere Strompreise die Marge um 280 Millionen Euro verbessert, ergänzte Finanzvorstand Erhard Schipporeit. Beim Umsatz verzeichnete Eon einen Zuwachs von 18 Prozent auf 39,9 Milliarden Euro.

Auf dem Weg zu profitablem Wachstum schloss Bernotat größere Akquisitionen nicht aus, wenn sie den strengen Investitionskriterien des Unternehmens entsprechen. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten sei das Gasgeschäft. „Wir wollen die Beschaffungswege für Gas erweitern“, sagte er. Dabei will Eon den Gasbezug auf eine breitere Basis stellen und damit die Versorgungssicherheit stärken. Auch der Gasanteil aus eigener Produktion soll von derzeit 5 auf 15 bis 20 Prozent erhöht werden.

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