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Artikel in der Neuen Westfälischen vom 12.11.2009:

„Kunden sollen an die kurze Leine“

Interessengemeinschaft Nachtstrom kritisiert neue Verträge / Eon erneuert Gesprächsangebot

Paderborn (ig). „Nachtstromkunden wird nichts übrig bleiben, als die neuen Verträge mit Eon Westfalen Weser Vertrieb zu unterzeichnen.“ Darüber sind sich Horst Schulze-Stiehler, Hans Böcker und Christian Knievel einig, auch wenn Strompreis-Rebell Hans Böcker, der schon seit 2005 nach kräftigen Preiserhöhungen nicht mehr die komplette Rechnung begleicht, für sich entschieden hat, dies zum letzten möglichen Zeitpunkt zu machen. Dennoch argwöhnen die drei aus dem Sprecherkreis der Interessengemeinschaft Nachtstrom, die sich in der letzten Woche mit rund 100 Teilnehmern traf: „Damit sollen die Kunden an die kurze Leine.“

Hintergrund: Eon Westfalen Weser Vertrieb hat allen Nachtstromkunden fristgerecht zum 31. Dezember 2010 gekündigt und ihnen gleichzeitig neue Verträge zugeschickt. Bis mindestens Ende 2010 sollen die Nachtstrompreise dabei für Unterzeichner stabil bleiben. Horst Schulze-Stiehler: „Dieses angebliche Bonbon ist lächerlich. Vor dem Hintergrund allgemein gesunkener Energiekosten wäre eine Tarifsenkung angesagt.“ Hans Böcker und Christian Knievel stört auch, dass in den neuen Verträgen ein selbst eingerichteter Dauerauftrag als Zahlungsmodalität mit 15 Euro „Strafgebühr“ belegt werde. Knievel: „Offenbar will man erreichen, dass Rechnungen nicht mehr gekürzt werden können.“

Demgegenüber wies Edgar Schroeren, Sprecher von Eon Westfalen Weser Vertrieb, gestern Abend darauf hin, dass man diese Gebühr zur Zeit nicht erhebe. Auch gehe es nicht um Knebelung der Kunden, sondern um Harmonisierung der eigenen Produkte, eingebettet in ein neues Abrechnungssystem. Schroeren wies auch auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hin, in denen Preisanpassungen nach oben wie nach unten im Rahmen der „Billigkeit“ zu erfolgen hätten und erneuerte das früher bereits gemachte Gesprächsangebot an die Kritiker.

Auf die „Billigkeit“ setzen auch die Kritiker ihre Hoffnungen. Horst Schulze-Stiehler: „Was uns bleibt, ist diese Klausel. Aber erstmal sehen wir die neuen Verträge als Versuch von Eon, seine Position zu stärken.“

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