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Betrifft: Post von Eon und Berichterstattung über die Senkung der Gaspreise

in der NW vom 30.07.2009

Uli Emskötter, 33106 Paderborn

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Da flatterte uns doch dieser Tage ein Brief von Eon ins Haus mit dem Inhalt, dass die Gaspreise nur so dahinschmelzen würden und Rabatt gäbe es auch noch. Na, sieh einer an. Was war das all die vergangenen Jahre doch ein Gezicke um die Gaspreise und jetzt geht es ganz plötzlich doch günstiger. Da wundert man sich schon.

Aber, Stopp! Wir haben doch bald Kommunalwahl und wenn man sich jetzt einmal an die vielen Plakate erinnert, die in Paderborn an jedem freien Zaun und Laternenpfahl hängen, wundert man sich vielleicht gar nicht mehr. Wir erinnern uns: Wer war es denn, der damals so vehement den Verkauf der Paderborner Stadtwerke an die Eon vorangetrieben hat? Das war die CDU unter der Führung des amtierenden Bürgermeisters Heinz Paus. Jedoch von den dereinst angepriesenen Synergieeffekten und Vergünstigungen hat der Verbraucher leider nichts zu spüren bekommen. Im Gegenteil, das hat sich wohl eher auf dem Konto der Eon positiv niedergeschlagen.

Angesichts der Tatsache, dass sich momentan so ziemlich alle Parteien (mit Ausnahme der gelben Kontrastfanatiker und Möchtegernkoalitionäre) die Rekommunalisierung der städtischen Energieversorgung auf die Fahnen geschrieben haben, muss man wohl kein durchgeknallter Verschwörungstheoretiker sein, um hinter diesem Brief der Eon so etwas wie eine versteckte Wahlkampfhilfe für den Amtsinhaber Paus zu vermuten.

Wie heißt es so schön auf dem englischen Hosenbandorden? Honi soit qui mal y pense – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

P.S.: Ich wage mal die Voraussage, dass wir in absehbarer Zeit, wenn alle wichtigen Wahlen gelaufen sind, bestimmt mal wieder Post von unserem „städtischen Energieversorger“ bekommen. Ob sich der Inhalt dann auch so freundlich rechnet, wage ich in aller Bescheidenheit zu bezweifeln.