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Artikel in der Neuen Westfälischen
vom 07.01.2009:
Widerspruch
Gebot der Stunde
Gaspreisverweigerer beraten weiteres Vorgehen nach Zugang
des Mahnbescheides
VON ANDREAS
GÖTTE
Paderborn.
Erneut reichten die 120 aufgestellten Stühle in den Räumen
der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Leostraße nicht aus, um während
der Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Gaspreise
runter“ sämtlichen Gaspreisverweigerern einen Sitzplatz zu
bieten.
Weitere
Interessierte standen notgedrungen während der rund eineinhalbstündigen
Veranstaltung an den Eingängen und hörten gespannt zu. Schließlich
war den meisten von ihnen am 30. Dezember von der Eon Vertrieb GmbH
ein Mahnbescheid ins Haus geflattert, weil sie die elfprozentigen Preiserhöhungen
seit dem Jahr 2004 nicht mehr zahlen.
Grund zur
Panik besteht auch nach der Zustellung des Mahnbescheides für Bürgerinitiative-Sprecherin
Roswitha Köllner nicht. „Wir sind nach vier Jahren jetzt
da, wo wir hin wollten“, betonte sie. Nach ihrer Meinung gerate
Eon zunehmend wegen der Verjährung der Forderungen und dem Grundsatz
der Gleichbehandlung der Kunden unter Druck. „Diejenigen, die
jetzt mehr zahlen, wollen vielleicht ihr Geld zurück, weil sie
sich ungleich behandelt fühlen“, erläuterte Köllner.
Gegen den
Mahnbescheid sollten die Gaspreisverweigerer innerhalb von 14 Tagen
– möglichst per Einschreiben – Widerspruch beim Amtsgericht
in Hagen einlegen, lautet ihr Rat. Bleibe der Widerspruch aus, drohe
innerhalb von drei bis fünf Wochen ein Vollstreckungsbescheid,
gegen den notfalls Einspruch eingelegt werden könne.
Ob der
heimische Energieversorger auf den Widerspruch mit einer Klage reagieren
wird, ist unklar. „Viele Versorger springen bei einem Widerspruch
ab, weil sie dann in Vorleistung treten müssen“, sagt die
Sprecherin. Sie gehe jedoch davon aus, dass Eon klagen werde. Sechs
Monate hat der Energieversorger dafür Zeit.
Die Gaspreisverweigerer
sollten schon mal prüfen, ob ihre Rechtschutzversicherung bei einem
Verfahren die Kosten übernehme. Eventuell sollte auch ein Rechtsanwalt
eingeschaltet werden. Auch an den Bund der Energieverbraucher können
sich die säumigen Kunden wenden.
Roswitha
Köllner schwor noch einmal den anwesenden harten Kern der Gaspreisverweigerer
ein. „Für jeden von uns ist die Stunde der Entscheidung gekommen.
Wenn wir aufhören, hat Eon gewonnen und die vier Jahre des Protestes
waren umsonst.“ Wer nachts jedoch nicht mehr schlafen könne,
sollte aufhören und zahlen, machte sie deutlich.
Die Verantwortlichen
der Bürgerinitiative hoffen jedoch, dass möglichst viele der
Anwesenden den eingeschlagenen Weg weitergehen. Begrüßt wird
von ihnen ausdrücklich der vom Paderborner Stadtrat beschlossene
Prüfauftrag bezüglich einer Rekommunalisierung der Energieversorgung
(die NW berichtete). Im Februar werden wieder Beratungstermine zu den
Energierechnungen angeboten.
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