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Artikel in der Neuen Westfälischen vom 26.11.2008:

Gas wird ab 1. Februar günstiger, Strom teurer
Einsparungen von 77 Euro im Jahr stehen Mehrkosten von gut 70 Euro gegenüber / Kritik der Gaspreis-Rebellen

VON PETER HASENBEIN

Paderborn. Eon Westfalen Weser Vertrieb will doch nicht erst im Frühjahr, sondern ab 1. Februar die Gaspreise um gut 4 Prozent senken. Außerdem sei eine weitere Preissenkung für Privat- und kleinere Geschäftskunden im Frühjahr nicht ausgeschlossen, teilte Geschäftsführer Volker Rickert gestern in einer Presseerklärung mit. Gleichzeitig sollen allerdings die Strompreise ab 1. Februar um rund 9 Prozent steigen. Hier werde es im nächsten Jahr voraussichtlich keine weitere Erhöhung geben, kündigte Rickert bereits an.

„Der frühe Termin für die Gaspreissenkung ist uns wichtig, damit unsere Kunden noch in der laufenden Heizperiode von niedrigeren Erdgaspreisen profitieren“, begründet Rickert. Konkret verringert sich der Preis um 0,39 Cent pro Kilowattstunde oder 4 Prozent (brutto). Für Kunden mit einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das eine Ersparnis von 77 Euro im Jahr. Damit gebe Eon den in letzter Zeit „deutlich gefallenen Ölpreis“ an seine Kunden weiter.

Nach über einem Jahr Preisstabilität werde allerdings zum gleichen Zeitpunkt eine Strompreiserhöhung für Privat- und kleinere Gewerbekunden nötig. Damit folge der Energieversorger „der allgemeinen Entwicklung der Strompreise“, so Rickert. Andere Anbieter hätten Preiserhöhungen von über 20 Prozent bereits zum 1. Januar angekündigt, vergleicht der Geschäftsführer. In Paderborn schlägt der Preisanstieg bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden mit monatlich 5,87 Euro zu Buche, macht im Jahr gut 70 Euro. Der Arbeitspreis steigt um 2,01 Cent/kWh (brutto), der Grundpreis bleibt stabil. Als Alternative bietet Eon das Festpreisprodukt „Sicher & Fair“ an, das eine Preisstabilität für die nächsten 2 Jahre zusichere – bei einer Vertragslaufzeit von 2 Jahren. Auch für Gewerbekunden gebe es ein Festpreisprodukt. Unter www.eon-westfalenweser-vertrieb.com seien alle Informationen erhältlich. Außerdem werde das Unternehmen an den kommenden 4 Samstagen die Erreichbarkeit des Call–Centers erhöhen und unter (01 80) 2 11 10 09 09 von 8 bis 18 Uhr für Informationen zur Verfügung stehen.

Kritisiert wird die gestrige Pressemitteilung von der Bürgerinitiative „Gaspreise runter“. „Die Preise sind immer noch viel zu hoch. Da wäre es überzeugender gewesen, Eon hätte die Erhöhung zum 1. Dezember wieder zurück genommen. Und wenn gleichzeitig der Strompreis erhöht wird, ist das Ganze doch Augenwischerei“, meint Sprecherin Roswitha Köllner.

Nach Meinung der Gaspreiskritiker habe Eon allerdings nicht aus eigenem Antrieb gehandelt, „sondern dem Druck nachgegeben“. „Sie mussten reagieren, sonst hätten sie auch noch das letzte Quäntchen an Image verloren“, betont Roswitha Köllner. Die Sprecherin der Bürgerinitiative erinnert daran, dass der Gaspreis allein seit Oktober 2004 um 95 Prozent gestiegen sei. Und auch in diesem Jahr habe es bereits drei Preissteigerungen gegeben.

„Vor wenigen Wochen hat Eon-Konzernchef Wulf Bernotat noch stolz die zusätzlichen Milliardengewinne bekannt gegeben. Auch vor diesem Hintergrund müsste eine Strompreisanhebung ganz sicher nicht sein“, ist Roswitha Köllner überzeugt, dass das Unternehmen nach einem Grundsatz verfährt: „Auf der einen Seite geben, auf der anderen Seite nehmen.“

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