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Artikel in der Neuen Westfälischen vom 20.11.2008:

Verweigerer wollen Geld zurück
Eon-Stromkunden stellen ihre Zahlungen ein

VON JOCHEM SCHULZE

Paderborn. Im April hat sich in Paderborn die Interessengemeinschaft Stromspeicherheizung gegründet. Diese Vereinigung hat inzwischen etwa 150 Mitglieder und kämpft für eine Preissenkung beim Nachtstrom.

Der wird in der Region allein von Eon Westfalen Weser angeboten. Jetzt geht die Interessengemeinschaft in die Offensive. 40 Mitglieder fordern vom Versorgungsunternehmen Geld zurück.

„Es geht um Beträge zwischen 500 und 1.500 Euro. Das ist das Geld, das in den Preissteigerungen seit dem Dezember 2004 zusätzlich angefallen ist“, sagt Horst Schulze-Stieler. Der Grünen-Politiker berichtete gestern mit Kerstin Haarmann und Olaf Port über die Aktion, die am 23. Oktober begann. An diesem Tag wurden die entsprechenden Schreiben an Eon verschickt und dem Unternehmen eine Frist von 14 Tagen für die Rückzahlung gesetzt. Da Eon nicht reagierte, haben die „Stromrebellen“ jetzt die Abschlagszahlungen eingestellt.

Die Verweigerer sehen sich rechtlich auf der sicheren Seite. „Nachtstrom wird über ein Sondertarifverhältnis abgerechnet. Sollen die Preise erhöht werden, müssen die Kunden zustimmen“, erklärt Kerstin Haarmann. Der Versorger habe die Preiserhöhungen aber einseitig festgesetzt. So gelte immer noch der Preis aus dem Dezember 2004.

Eon Westfalen Weser hält derweil an seinen Forderungen fest. „Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die Preise für Speicherheizungsstrom gerechtfertigt waren und sind. Preissteigerungen gingen stets auf gestiegene Beschaffungskosten zurück und waren daher unumgänglich“, teilte Pressesprecher Edgar Schroeren auf Anfrage der Neuen Westfälischen mit. Eon Westfalen Weser werde allen Kunden, die sich an das Unternehmen wenden, entsprechend antworten. Darüber hinaus werde der Versorger insbesondere dieser Kundengruppe Informationen zu Energieeffizienz-Maßnahmen anbieten und sie auf Wunsch bei der Umsetzung unterstützen.

Letzteres hatte das Unternehmen den Vertretern der Interessengemeinschaft bereits in einem gemeinsamen Gespräch angeboten. Allerdings, so die Verweigerer, seien die offerierten Hilfen eher bescheiden ausgefallen. Insgesamt werden in der Stadt Paderborn 11.000 Wohnungen mit Nachtstrom geheizt. Viele dieser Nachtspeicherheizungen sind alt und unwirtschaftlich. Deshalb macht sich die Interessengemeinschaft auch für Alternativen stark. So wurde mit dem „Runden Tisch Gebäudesanierung“ eine Informationsveranstaltung durchgeführt. Doch die Umstellung ist teuer. Pro Wohneinheit fallen etwa 30.000 Euro an. Deshalb nimmt die Interessengemeinschaft die Stadt in die Pflicht. Die solle über eine Nahwärmeversorgung in den betroffenen Wohngebieten nachdenken.

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