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Artikel in der Neuen Westfälischen vom 10.10.2008:

Gaspreisverweigerer machen mobil
Protest gegen neuerliche Erhöhung / Kommunalpolitische Konferenz im Schützenhof

Paderborn. „Hoffentlich wird der Winter dieses Jahr nicht zu kalt, für viele Paderborner könnten die Heizkosten unbezahlbar werden“, sorgt sich Roswitha Köllner, Vorsitzende und Ratsfrau der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) , nachdem Eon die nächste Gaspreisrunde eingeläutet hat.

„Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet die Preiserhöhung eine jährliche Zusatzbelastung von 180 Euro. Erst zum 1. Januar und dann zum 1. August wurden die Preise erhöht. Das macht in einem Jahr eine Steigerung von sage und schreibe 37 Prozent aus. Seit 2004 zahlen die Paderborner 95 Prozent mehr für ihr Gas.“

Die hohen Strom- und Gaspreise haben dem größten deutschen Energiekonzern Eon im ersten Halbjahr 2008 nach Angaben von Roswitha Köllner laut Handelsblatt erneut ordentliche Zuwächse beschert. Umsatz und Gewinn lagen über den Markterwartungen. Der Düsseldorfer Versorger profitierte von Zuwächsen im kontinentaleuropäischen und skandinavischen Strom- und Gasgeschäft. Der um Sondereffekte bereinigte Halbjahres-Gewinn habe vor Zinsen und Steuern (Ebit) um sechs Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zugelegt. 2007 hatte der Konzern ein bereinigtes Ebit von 9,2 Milliarden Euro und einen bereinigten Konzernüberschuss von 5,1 Milliarden Euro ausgewiesen.

Köllner: „Jetzt wissen wir also, woher die horrenden Gewinne von Eon stammen.“ Bis zu 55 Millionen Euro könnten die Eon-Töchter ihren Gaskunden in den Jahren 2007 und 2008 zu viel abgeknöpft haben, so laute der Vorwurf des Bundeskartellamts. Natürlich bestreite Eon die „Kundenabzocke“ (Köllner) und wie schon einmal in der Vergangenheit biete der Konzern einen Vergleich an: Mit der Jahresabrechnung solle den Kunden ein Betrag zwischen 35 und 45 Euro erstattet werden. Gesamtsumme: 55 Mio. Euro. „Das gilt allerdings nicht für Eon Westfalen Weser. Die hat der Kartellwächter ausgenommen“, hat Roswitha Köllner beim Bundeskartellamt recherchiert.

„Niemand muss sich diese unverschämte Preiserhöhung gefallen lassen“, rät Köllner. „Eine wirkungsvolle Möglichkeit ist die Gaspreisverweigerung. Politisch aber müssen wir uns in Richtung Rekommunalisierung der Energieversorgung bewegen.“ will die Demokratische Initiative Paderborn am 24. Oktober, ab 15 Uhr eine kommunalpolitische Konferenz im Schützenhof durchführen.

Infos dazu: www.di-paderborn.de

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