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Artikel in der Neuen Westfälischen
vom 16.10.2007:
KOMMENTAR
Energiepreise
Wenig Hoffnung
HARTMUT BRAUN
Überraschend
kommt die Ankündigung neuerlicher Energiepreissteigerungen nun
wirklich nicht: Die nächste Preeiserhöhung kommt bestimmt,
wie bereits heute wieder vorhergesagt wurde. Man darf vermuten, dass
das die üblichen Reaktionen auslöst nach dem Motto: erzürnte
Verbraucher, besorgte Verbraucherschützer, wortmächtig protestierende
Politiker. Und am Ende verdrießliche Resignation: Man kann ja
doch nichts machen.
Müssen
wir uns also an diese regelmäßige Wiederkehr gewöhnen?
– Hoffentlich nicht. Dass verdrossene Bürger aus dem beklemmenden
Ohnmachts-Ritual ausbrechen und diese Art Preis- und Stimmungspolitik
zum Gegenstand einer Protestbewegung machen, kann niemanden verwundern.
Es mag
sein, dass die Mehrheit der Haushalte eine monatliche Mehrbelastung
von 16 Euro, wie Eon-Westfalen-Weser sie aufgrund ihrer neuen Preise
für eine Durchschnittsfamilie errechnet hat, immer noch verkraften
kann. Doch es steigt die Zahl jener, die Angst davor haben, sich eine
warme Wohnung nicht mehr leisten zu können. Ihnen für diesen
Fall einen Sozialrabatt von jährlich 80 Euro anzubieten, wie Eon
Westfalen das seit kurzem tut, wirkt sympathisch, taugt jedoch als Problemlösung
nicht.
Bislang
überzeugen auch die Hinweise auf die Mechanismen des Marktes nicht:
Wer wechselt schon aus Überzeugung vom Eon-Anbieter Westfalen-Weser
zum Eon-Anbieter „E wie einfach“?
Hoffnungsvoll
stimmen einige kommunale Energieversorger wie die Stadtwerke Bielefeld,
indem sie aus der Preistreiber-Phalanx der Großen ausscheren.
Vorerst erwecken sie immerhin den Eindruck, dass die hier mitredenden
Politiker sich die Entscheidung, Preise zu erhöhen, nicht ganz
so leicht machen. – Vielleicht geht da noch mehr. Vielleicht können
Stadtwerke sogar zum Kern einer verbrauchernahen wie ökologisch
verantwortlichen Energie-Wende werden. Warum eigentlich nicht?
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