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Artikel in der Neuen Westfälischen
vom 16.10.2007:
Preissprung
bei Strom und Gas schockt die Region
Eon und RWE verlangen ab Januar bis zu neun Prozent mehr
Bielefeld/Düsseldorf
(dpa/hab/hko). Weil der Energieversorger Eon kräftig an der Preisschraube
dreht, werden Gas und Strom für 750.000 Kunden in weiten Teilen
Ostwestfalens erheblich teurer. Zum Januar 2008 hebt die heimische Eon-Tochter
Westfalen-Weser den Gaspreis um 8,78 Prozent, den Strompreis sogar um
9,13 Prozent an. Auch die anderen Eon-Unternehmen sowie der RWE-Konzern
wollen ab 2008 mehr Geld für die gelieferte Energie.
Westfalens
Eon-Vorstandschef Henning Probst begründete den Schritt mit der
Weltmarktentwicklung, höheren Beschaffungskosten und steigenden
staatlichen Abgaben für erneuerbare Energien.
Die Strompreise
der sieben deutschen Eon-Regionalversorger steigen den Angaben zufolge
in der Grundversorgung zwischen 7,1 Prozent bei Eon Hanse und 9,9 Prozent
bei Eon Bayern. Auch die RWE, die im Süden von OWL aktiv ist, hat
Preiserhöhungen von 6,6 Prozent angekündigt. Für einen
durchschnittlichen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden
würden die monatlichen Stromkosten im Eon-Land brutto um 4,30 Euro
bis 5,80 Euro zunehmen. Die neuen Gaspreise belasten einen Durchschnittshaushalt
mit etwa 11 Euro mehr im Monat.
Angesichts
zahlreicher Ankündigungen von Energieunternehmen zu Preiserhöhungen
will Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerium eine kartellrechtliche
Überprüfung durchführen lassen. Die Landeskartellbehörde
soll untersuchen, ob die Preisspanne zwischen dem billigsten und dem
teuersten Anbieter zu rechtfertigen ist.
NRW-Wirtschaftsministerin
Christa Thoben (CDU) rät den Verbrauchern, von der Möglichkeit
des Anbieterwechsels Gebrauch zu machen. „Wir erreichen nur dann
mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten, wenn die Bürgerinnen
und Bürger konsequent zu dem jeweils für sie günstigsten
Anbieter wechseln.“ Der Bund der Energieverbraucher kritisierte
Eon wegen der geplanten Preiserhöhung heftig. „Angesichts
der heute schon weit überhöhten Strompreise sehen wir das
als Kriegserklärung an Verbraucher und Politik an“, sagte
der Vorsitzende der Vereinigung, Aribert Peters. Auch Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel (SPD) schloss sich der Kritik an den Energieversorgern
an.
Die mehrheitlich
kommunalen Stadtwerke Bielefeld wollen den Strompreis mindestens bis
Mitte 2008 stabil halten, sagt Geschäftsführer Friedhelm Rieke.
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