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Artikel in der Neuen Westfälischen
vom 29.06.2007:
„Standorte
nicht in Gefahr“
Bei Eon beginnen die Gespräche über Umstrukturierung
der Regionaltöchter
VON WOLFGANG
STÜKEN
Paderborn.
Nachdem der Eon-Konzern angekündigt hat, bis Ende September nicht
an der Strompreis-Schraube zu drehen, drohen auch beim Gas vorerst keine
höheren Tarife. Zumindest nicht im Versorgungsgebiet von Eon Westfalen
Weser (EWW).
,,Es sieht
im Moment so aus, dass wir zum 1. Oktober nichts tun müssen“,
wagte EWW-Vorstandschef Henning Probst auf der Bilanz-Pressekonferenz
eine vorsichtige Prognose zum Thema Gaspreis. Allerdings müssen
sich die Gaskunden darauf einstellen, dass EWW künftig nach einer
neuen Formel rascher als bisher auf Veränderungen des Ölpreises,
an den der Gaspreis gekoppelt ist, reagiert.
Probst
sieht sein Unternehmen, das im Vorjahr 1,061 Milliarden Euro Umsatz
machte, ,,sehr wettbewerbsfähig aufgestellt“. Dennoch steht
EWW vor vermutlich weitreichenden Veränderungen. Mit dem Konzept
„regi.on“ will der Eon-Konzern seine sieben deutschen Regionaltöchter,
deren Mehrheitseigner die Eon Energie AG ist, den neuen, durch die Trennung
von Vertrieb und Netz geprägten Wettbewerbsbedingungen anpassen.
Dies soll keine ,,Radikalkur“ werden, ließ die Münchener
Konzernmutter verlauten. Aber eine Bündelung übergreifender
Aufgaben in gemeinsamen Gesellschaften – etwa des gesamten Vertriebs
an Privatkunden – gilt als Ziel. Für Eon Westfalen Weser
ließen Probst und Finanzvorstand Michael Heidkamp keinen Zweifel,
dass es um ,,erhebliche Effizienzsteigerungen“ geht.
Die ,,Konzeptphase“
für ,,regi.on’’ sei abgeschlossen. In der kommenden
Woche soll nach Ankündigung Probsts ein ,,offensiver Dialog“
mit den 37 kommunalen Anteilseignern in OWL und dem Weserbergland beginnen,
die mehr als 37 Prozent der Aktien von EWW halten. Mit ihnen muss ein
Konsens gefunden werden. Auch der Betriebsrat und die Mitarbeiter würden
,,offensiv einbezogen“, sicherte Probst zu. Die ,,politische Umsetzung“
des Projektes ,,regi.on“ durch Beschlüsse in den Ratsgremien
der Städte und Gemeinden, die – wie etwa Paderborn –
EWW-Anteilseigner sind, soll nach der Sommerpause beginnen, die Umsetzung
möglichst „noch mit Wirkung für 2008“ erfolgen.
Probst stellte klar: ,,Standorte sind nicht in Gefahr.“ Allerdings
„wollen und müssen“ die sieben Eon-Regionaltöchter
nach seinen Worten ,,ein wenig mehr zentralisieren“. Daher müsse
über Aufgabenveränderungen und Aufgabenschwerpunkte an einzelnen
Standorten gesprochen werden.
Zu konkreten
Auswirkungen der Umstrukturierung auf die heutige Zahl von 1.453 EWW-Mitarbeitern
(davon 159 Auszubildende) äußerte sich Probst nicht. Doch
steht unabhängig von ,,regio.on“ bei bei Eon Westfalen Weser
schon länger das Personal-Barometer auf ,,vorsichtig sinkend“
– zum Beispiel durch Altersteilzeit. EWW entstand 2003 aus der
Fusion der drei Regionalversorger EMR (Herford), PESAG (Paderborn) und
Wesertal (Hameln). Damals wurde das Potenzial für Personalabbau
auf mittelfristig 300 taxiert. 2005 hatte die Mitarbeiterzahl bei 1.574
gelegen.
Zunächst
gibt es allerdings Personalzuwachs. Bis zum Herbst soll die vollständige
Verschmelzung der Stadtwerke Minden mit EWW über die Bühne
gehen. Die Kosten der Übernahme beziffert Eon auf 20 Millionen
Euro. Eon wird mit der Stadtwerke-Übernahme seine Mitarbeiterzahl
in Minden auf 130 verdoppeln. Die dortigen Stadtwerke (14.000 Gas- und
16.500 Wasser-Kunden) erzielten 2006 einen Umsatz von 56,3 Millionen
Euro.
Während
EWW für 2006 einen deutlich auf 6,2 Millionen Euro geschrumpften
Jahresüberschuss verbuchen musste, sind die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften
gut positioniert. So konnte die auf Entsorgung spezialisierte Interargem
(Herford) einen Jahresüberschuss von 13,7 Millionen Euro ausweisen.
Der Paderborner
Nahverkehrs-Geschäftsbereich Padersprinter (130 Mitarbeiter, 84
Busse) meldet für 2006 erstmals wieder einen Anstieg der Fahrgastzahlen
um 1,2 Prozent auf 13,02 Millionen. Der Umsatz betrug 9,3 Millionen
Euro. Der weit über Branchendurchschnitt liegende Kostendeckungsgrad
erreicht 70 Prozent.
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